Seat will in Deutschland über zwei Prozent Marktanteil

Seat Deutschland blickt optimistisch in Zukunft. Nach der erfolgten Umstrukturierung des VW-Konzerns und dem vom Vorstand und Aufsichtsrat Anfang März verabschiedeten Investitions-Programm in Höhe von 2,25 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre sollen in Zukunft nicht mehr Negativschlagzeilen über Entlassungen, rote Zahlen oder sogar einen möglichen Verkauf der spanischen Tochter, sondern positive Berichte über gelungene Modellerneuerungen, steigende Verkäufe und letztlich schwarze Zahlen vorherrschen.

Rolf Dielenschneider, seit 1. Januar neuer Geschäftsführer von Seat Deutschland, formuliert die Marschroute klar: Durch neue und erneuerte Modelle sowie den Ausbau des Händlernetzes den Marktanteil von derzeit 1,8 auf über 2,0 Prozent steigern bzw. spätestens in 2009 über 70 000 (2006: 60 975) Fahrzeuge verkaufen.

Bei der Erneuerung des gegenwärtigen Angebotspalette sieht sich Seat Deutschland dabei recht gut aufgestellt: Nach den in diesem Jahr erfolgreich angelaufenen Altea XL und Leon Cupra kommt mit dem Altea Freetrack - auf dem Genfer Automobilsalon noch als Showcar zu besichtigen - im Spätsommer das erste Allrad-Fahrzeug auf den Markt. Mit dem Cross-Modell, das mit zwei Diesel-Triebwerken (140 und 170 PS) sowie einem Benzinmotor (200 PS) und auch in einer Frontantriebsversion angeboten wird, besetzt man dann eines der wenigen noch auf Wachstum ausgerichteten Segmente in Deutschland. Ganz große Hoffnungen setzt man jedoch auf die fünfte Generation des Ibiza, der mit bislang vier Millionen verkauften Autos das bislang erfolgreichste Seat-Modell aller Zeiten ist. Anfang nächsten Jahres - erst als Vier- und dann als Drei-Türer - ist es soweit, wobei sich der Kleinwagen noch stärker als die bereits überarbeiteten Altea und Leon an der weiterhin gültigen Positionierung: Emotion, Sportlichkeit und attraktives Design ausrichten wird.

Neben den Verbesserungen in Produktionsabläufen, Vertriebseffizienz, Händlernetz, Kommunikation und auch Qualität beinhaltet die Zukunftsstrategie von Seat aber auch den Punkt der Modell-Erweiterung, um neue Käufer zu gewinnen und den jetzigen Seat-Fahrern die Möglichkeit zu geben, nicht nur im Konzern, sondern innerhalb der Marke aufzusteigen. Ohne einen Ausbau des gegenwärtigen Angebots dürfte ein nachhaltiges Wachstum und der stabile Ausbau der Marktposition nämlich schwierig werden. Am weitesten gediehen sind die "Überlegungen", mit einer größeren Limousine in die Mittelklasse aufzusteigen, wobei sich die Plattform des A4 anbietet. Und mit einem sportiven kleinen SUV Präsenz bei Jungen und Junggebliebenen zu zeigen, ehe der Wettbewerb dieses Segment ganz besetzt hat. Weitere Modelle sind dem Vernehmen in der Diskussion, bedürfen aber noch mehr Zeit bis zur Entscheidungsreife.

Da die attraktive, wettbewerbsfähige Produktpalette aber nur die eine Seite des Autogeschäfts ist, hat auch das Team von Seat Deutschland vor der zu erwartenden Modell-Offensive seine Schularbeiten zu machen. Unter anderem die Gewinnung von neuen Händlern, um möglichst viele der derzeit rund 100 "weißen Flecken" mit leistungsstarken Partnern zu besetzen, intern Strukturen zu schaffen, wie man die dann mittelfristig höhere Anzahl von unterschiedlichen Fahrzeugen und Teilen organisiert und vor allem die in letzter Zeit durchaus verunsicherten rund 350 Händler für die neuen Herausforderungen fit zu machen. Eine größere Modellpalette einschließlich der zur Verfügung zu haltenden Ausstellungs- und Vorführwagen, zahlreichere Motoren, erheblich mehr Teile sowie neue und vor allem anders reagierende Zielgruppen als die bisherigen Käufer bedeuten nämlich nicht nur mehr Werkstatt-Ausrüstung und damit Investitionen, sondern auch jede Menge Schulung sowohl vom Verkaufs- als auch vom Service-Personal. Eine Aufgabe, die noch bei keinem Anbieter auf dem Weg nach weiter oben auf Anhieb ganz reibungslos geklappt hat und man deswegen gar nicht früh genug damit anfangen kann. (ar/hhg) Letzte Änderung: 17.05.2007





Seat Leon Cupra. Foto: Auto-Reporter/Seat
Seat Leon Cupra. Foto: Auto-Reporter/Seat






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