Service: Auch bei Motorrad-Tuning auf Sicherheit achten
Der Einbau von hochwertigen Tuningteilen kann einem Motorrad durchaus gut tun. Minderwertige Tuningteile dagegen beeinträchtigen womöglich die Verkehrssicherheit und Lebensdauer des Bikes. Ist der Umbau nach der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung erlaubt? Tuning-Fans sollten nicht nur diese Frage bedenken, sondern bei der Ausführung des erlaubten Umbaus auch auf Qualität achten. Individuelles Motorradtuning gehört in die Hände von Fachleuten, so der Appell der TÜV-Experten. Außerdem sollten Biker auf namhafte Teilehersteller achten - nicht zuletzt wegen der Garantie.
Die Anbauten in Sachen Licht müssen entweder einheitlich nach nationalen Vorschriften oder einheitlich nach EG-Richtlinien erfolgen. Ein Mischsystem ist nicht erlaubt. Gängig ist heute die Zulassung nach EG. Zu den Top Ten des Tunings gehört der Anbau einer anderen Lampenmaske. Hier ist fachmännisches Vorgehen gefragt, damit die neue Maske wirklich sicher sitzt. Werden zu dünne Halterungen oder zu kurze Schrauben verwendet, kann sich das Zubehörteil lockern und im Extremfall während der Fahrt von der Maschine fallen.
Wer häufig mit Sozius fährt, greift gerne zu anderen Gabelfedern und Federbeinen, die stärker sind und mehr Einstellmöglichkeiten bieten als die ursprünglichen Teile. Wichtig ist in jedem Fall, dass die neuen Federelemente zur Maschine passen - was aus dem Teilegutachten oder aus der Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) explizit hervorgeht. Auch hier gilt: Wer mit zu kurzen Verschraubungen arbeitet oder die Verschraubungen nicht fest genug anzieht, riskiert einen Unfall. Nach dem Umbau der Gabelfedern muss auf die richtige Ölmenge und Ölsorte in der Teleskopgabel geachtet werden, um ein Durchschlagen zu verhindern.
Wer stahlummantelte Bremsschläuche anbauen will, um einen besseren Druckpunkt am Bremshebel zu erreichen, sollte sich laut TÜV Süd am besten an eine Fachwerkstatt wenden. Denn für den Umbau muss das hydraulische System der Bremse geöffnet werden, was für Laien nicht einfach ist und bei Fehlern fatale Folgen haben kann. Stichwort Bremsen: Bremsscheiben sind ein Klassiker bei den Verschleißteilen. Der Ersatz muss fachgerecht eingebaut sein, nicht dass sich die Schrauben lockern, die Scheiben verkanten - und der Biker schließlich stürzt.
Mit ordentlich Speed auch durchs Gelände - wer so unterwegs sein will, setzt gerne auf eine andere Fußrastenanlage. Hier ist unter anderem auf den fachgerechten Einbau des Fußbremshebels zu achten, nicht dass der Fahrer mit der neuen Anlage ins Leere bremst. Die Leistung der Bikes ist inzwischen so hoch, dass es eigentlich keinen Grund mehr für das Motortuning gibt. Wenn sich Fahrer an die Kraftzentrale des Bikes wagen wollen, sollten sie in jedem Fall mit einer Fachwerkstatt zusammen arbeiten - und frühzeitig einen technischen Sachverständigen mit einbinden.
Gut geschätzt: Wer sein Bike durch Tuning schöner und schnittiger macht, möchte dies natürlich gewürdigt wissen. Und zwar nicht nur von Bikerfreunden, sondern auch von der Versicherung - wenn es um einen Ausgleich bei Diebstahl oder Unfallschäden geht. Für solche Fälle kann es hilfreich sein, den Zeitwert nach Um- und Einbauten festzustellen und die Versicherungsprämie anpassen zu lassen. Beratung in allen wichtigen Fragen gewähren die TÜV-Spezialisten, weitere Informationen finden Interessierte unter www.tuev-sued.de. (ar/os) Letzte Änderung: 19.03.2007
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