Service: Sicher und entspannt mit dem Motorrad in den Urlaub
Die Reiseplanung für Fahrten auf zwei Rädern erfordert deutlich mehr Vorbereitung als beim Auto. Nicht nur das Gepäckvolumen ist eingeschränkt, sondern das richtige Packen ist wesentlich für das Fahrverhalten des Motorrades. Das Institut für Zweiradsicherheit empfiehlt vor allem bei der Urlaubstour zu zweit vorher einmal eine kleine Proberunde mit Sack und Pack sowie Sozius zu drehen.
Schwere Gepäckstücke sollten möglichst nah am Schwerpunkt der Maschine verstaut werden. Sie gehören im Tankrucksack, Packtaschen und Seitenkoffern immer nach unten. Außerdem sollte die Ladung so verteilt werden, dass die Gewichtsverteilung auf Vorder- und Hinterrad annähernd beibehalten wird. Dabei ist beim Urlaub auch der Sozius oder die Sozia mit einzuberechnen. Ein zu schwer beladenes Heck entlastet das Vorderrad und verstärkt die Pendelneigung. Gerade wer Camping auf zwei Rädern macht, kommt oftmals nicht darum herum, das Zelt, den Schlafsack und die Isomatte auf der Gepäckbrücke und damit recht hoch verstauen zu müssen. Das sorgsame Verzurren ist oberstes Gebot, denn wenn sich Gepäck lockert, wird das Fahrverhalten nachhaltig negativ beeinflusst. Im Ernstfall kann sich die Ladung lösen und ein Sturz unausweichlich werden.
Nicht außer acht gelassen werden sollte das zulässige Gesamtgewicht. Daran erinnern die Experten von Dekra. Viele Motorräder erlauben nicht mehr als 200 Kilogramm Zuladung, oftmals sogar weniger. Für Seitenkoffer gibt der Hersteller ebenfalls eine Gewichtsbeschränkung vor, die in der Regel zwischen fünf und 15 Kilo schwankt.
Alles, was schnell griffbereit sein soll, ist im Tankrucksack am besten aufgehoben: Werkzeug, Fotoapparat, die Regenkombi, das Kartenmaterial, der Reiseführer und ein kleiner Snack für zwischendurch. Koffer und Packtaschen sind ideal für die Kleidung. Bei den Stofftaschen sollte unbedingt auf den straffen Sitz an der Maschine geachtet werden.
Grundsätzlich gilt, dass beladene Motorräder einen längeren Bremsweg haben. Der Blick auf den richtigen Reifendruck gehört deshalb vor jeder Urlaubsfahrt zur Pflicht. Der höhere Schwerpunkt durch das Gepäck macht die Maschine empfänglicher für Seitenwind, etwa beim Überholen von Lastwagen auf der Autobahn.
Wer ausgeruht an einem entfernteren Ziel ankommen möchte oder wem allzu lange Autobahnetappen zu eintönig sind, für den empfiehlt sich der Autoreisezug. Alternativ ist die Fahrt mit dem Pkw und (gemietetem) Trailer für die Maschine eine Überlegung wert. Wer auf eigener Achse die gesamte Strecke zurücklegt, sollte von vorne herein Pausen einplanen. Das Institut für Zweiradsicherheit empfiehlt maximal 700 Kilometer auf der Autobahn und 400 Kilometer auf der Landstraße pro Tag. Wer kurvenreiche Abschnitte unter die Räder nimmt, sollte es bei 250 Kilometern belassen, denn Motorradfahrer müssen deutlich konzentrierter als Autofahrer fahren.
Für viele Biker macht eine Tour gemeinsam mit anderen Motorradfahrern einen besonderen Reiz aus. Bei Fahrten in der Gruppe sollten ebenfalls einige Regeln befolgt werden, damit der Spagat zwischen dem eigenverantwortlichen Fahren und der Rücksichtnahme auf die anderen gelingt und alle sicher ans Ziel kommen. Vorneweg sollte ein streckenkundiger "Reiseleiter" fahren. Gleich dahinter sollten sich die kleineren und schwächeren Maschinen einordnen sowie die Gruppenmitglieder mit der wenigsten Erfahrung. Seitlich versetztes Fahren erleichtert die gemeinsame Reise.
Bei Reisen ins Ausland sollte man sich vorher über die dort geltenden Verkehrsregeln, insbesondere die Tempolimits, informieren. Ein Blick auf die im Urlaubsland geltenden Promillegrenzen kann ebenfalls nicht schaden. Vorab sollte außerdem geklärt werden, was im Unfalls- oder Krankheitsfall am besten zu tun ist und welche Papiere unbedingt an Bord sein sollten. Hier helfen die Automobilclubs weiter. Weitere Informationen rund um das sichere Motorradfahren gibt das Institut für Zweiradsicherheit auf seiner Internetseite www.ifz.de. (ar/jri) Letzte Änderung: 11.07.2007
Sicher und entspannt mit dem Motorrad in den Urlaub. Foto: Auto-Reporter/ifz
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