Stabwechsel beim VDA: Gottschalk offiziell verabschiedet

Prof. Bernd Gottschalk wurde am Dienstagabend in Berlin offiziell als Präsident des Verbandes der Automobilindustrie verabschiedet. Er wurde zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. Sein Nachfolger wird der ehemalige Bundesverkehrsminister Mathias Wissmann. Zentrales Thema der Veranstaltung war allerdings die künftigen CO2-Grenzwerte innerhalb der EU.

"Wir brauchen in Europa nicht einen starren CO2-Einheitswert für alle Automobilhersteller, sondern einen segmentbezogenen Ansatz, der die Unterschiedlichkeit der Modelle berücksichtigt", betonte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Kurz zuvor war es in Brüssel zu einem Disput im Wettbewerbsfähigkeitsrat der EU gekommen, in dem die Weichenstellung für die künftige CO2-Minderungspolitik bei Pkw in einer ersten Runde der Industrieminister diskutiert wurde. Gottschalk betonte in seiner Abschieds-Rede, dass die deutsche Automobilindustrie den Kurs der Bundesregierung nachdrücklich unterstütze, eine differenzierte Lösung zu erreichen: "Ich halte es für mutig und weitsichtig, dass Bundeskanzlerin Merkel, EU-Vizepräsident Verheugen sowie der Wirtschafts- und der Verkehrsminister in Brüssel unmissverständlich klar gemacht haben, dass eine einheitliche CO2-Obergrenze, mit der Klimaschutzpolitik zur Industriepolitik geworden wäre, mit uns nicht zu machen ist. Wir haben lange darauf gewartet, dass auch in Brüssel unsere Interessen mutiger vertreten werden."

Viel Lob für Gottschalks Arbeit kam unter anderem von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn: "Prof. Gottschalk hat die verschiedenen Rollen des VDA-Präsidenten auf beeindruckende Weise ausgefüllt: die des Wirtschaftsvertreters und Politikers, die des Anwalts der Autofahrer, der Automobilhersteller und aller VDA-Mitglieder, aber auch die Rolle des ständigen Treibers von Innovationen für eine zukunftsorientierte Mobilität." Dabei habe er sich nie verzettelt, sondern die wichtigen Fragen und großen Herausforderungen dieser Industrie stets im Blick behalten: die Globalisierung, die Verkehrssicherheit und den Umweltschutz. Schon vor zehn Jahren habe Gottschalk die Reduzierung der CO2-Emissionen als "eines der großen Zukunftsthemen" bezeichnet. Seither habe der deutsche Straßenverkehr trotz massiv gestiegener Verkehrsleistung über 21 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Gottschalk betonte einmal mehr betonte einmal mehr, dass ein VDA-Präsident vor allem auch ein Brückenbauer sein müsse: "Wer glaubt, VDA-Präsident zu sein, könne sich auf PR und Lobby - so wichtig sie auch sind - beschränken, der irrt. Das für die gemeinsame Wettbewerbsfähigkeit wichtigste Kleinod des VDA ist das Hersteller-Zulieferer-Verhältnis unter dem gemeinsamen Dach." (ar/os) Letzte Änderung: 24.05.2007









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