stern: Klaus Franz bleibt hart gegenüber GM - Opel-Betriebsratschef von geplatztem Magna-Deal kalt erwischt
Der austrokanadische Zulieferer Magna hatte Opel den Erhalt sämtlicher deutscher Standorte garantiert, allerdings bei einem sozialverträglichen Abbau von insgesamt rund 10.500 Stellen. Franz will darüber ein Höchstmaß an Freiheit für Opel durch eine Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft. Außerdem soll Opel uneingeschränkt auf dem globalen Markt tätig werden dürfen, was GM in den vergangenen Monaten verhindern wollte. Schließlich sollen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen an allen europäischen Standorten vermieden werden.
Die Schuld am Scheitern des Magna-Deals liegt nach Franz' Einschätzung nicht nur bei GM, sondern auch bei den Politikern. "Im Frühjahr, als GM 40 Tage lang insolvent war, hätte Karl-Theodor zu Guttenberg nicht zögern dürfen", sagt Franz dem stern. "Und man hätte Neelie Kroes nicht gewähren lassen dürfen." Der damalige Bundeswirtschaftsminister hatte den Sinn, die EU-Wettbewerbskommissarin die Rechtmäßigkeit von Staatsbürgschaften für Magna angezweifelt. Franz selbst wurde von der Nachricht, dass der Magna-Deal platzt und General Motors Opel behalten will, kalt erwischt. Der Betriebsratschef zum stern: "Ich war schockgefroren und habe mir erst einmal eine Flasche Wein ins Hirn gehauen."
Hamburg (ots) Letzte Änderung: 10.11.2009
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