Suzuki: Den Masterplan immer im Hinterkopf

Suzuki hat ehrgeizige Ziele. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit. Innerhalb von nur drei Jahren wollen die Japaner den weltweiten Absatz von geschätzten 2,32 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2006 auf drei Millionen Autos 2009 steigern. In Deutschland sollen es bis 2010 immerhin 50 000 Fahrzeuge werden, nachdem der Vice President Automobile Europe, Minoru Amano, in diesem Jahr mit 32 000 Einheiten kalkuliert.

Das ist allein mit Marketing nicht zu schaffen. Neue Modelle müssen her. Nachdem die Japaner mit dem Swift, dem Grand Vitara und dem Kompakt-SUV SX4 die Saat gesät haben, sollen zunächst ein Mini nach dem Vorbild der Studie "Splash" im Frühjahr 2008 und ein Nachfolger für den Mini-Van Alto für Zuwächse sorgen. Der wird weiter in Kooperation mit General Motors entstehen wie sein Vorgänger, der bei uns als Opel Agila verkauft wird.

Das bisher sträflich vernachlässigte D-Segment soll 2009 besetzt werden. Ein Konkurrent zu Audi A4 oder Mercedes C-Klasse wird dann unter anderem mit einer Kombi-Variante auf Kundenfang gehen, eine Limousine wird es hierzulande eher schwer haben, soll aber ebenfalls angeboten werden. Amano weiß, wie schwer es wird, gegen die etablierten Mitbewerber zu punkten, also muss der Wagen sich über einen niedrigen Preis verkaufen.

Auch die Produktionskapazitäten werden weltweit aufgestockt: So wird das neue Werk in Sagara (Japan) ab 2008 bis zu 240 000 Fahrzeuge jährlich ausstoßen, im ungarischen Magyar wird die Fertigung von 160 000 Einheiten derzeit auf 300 000 Fahrzeuge aufgestockt. Im wachsenden indischen Markt soll das Werk in Maruti statt jetzt 630 000 Autos künftig 900 000 produzieren. In Indien entsteht auch ein neues Werk für Dieselmotoren. Konkrete Zahlen über das Investitionsvolumen nannte Amano nicht.

In Deutschland setzt Suzuki auch auf ein besonders junges Image. Die Japaner sponsern diverse Trendsportarten wie Snowboard oder BMX, bieten eine Nachwuchs-Rallye-Serie an und wollen über die Kooperation mit dem SC Freiburg ihren Bekanntheitsgrad steigern. Zudem sind sie Hauptsponsor der Bob-WM. Leicht wird das trotzdem nicht, denn der Neuwagenkäufer in Deutschland ist im Durchschnitt immer noch nahezu 50 Jahre alt. Ein junges Image wird daran wenig ändern, so stellt sich die Frage, ob es möglich ist, die Absatzzahlen hierzulande jedes Jahr um 5000 zu steigern. Amano ist sich der Tatsache bewusst und reagiert mit einem Augenzwinkern: "Ich muss so lange in Deutschland bleiben, bis wir unsere Ziele erreicht haben." (ar/sb)
Letzte Änderung: 16.12.2006









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