Tanken für die Hälfte mit Erdgas

Erdgasautos sind im KommenAuf dem Weg zur Arbeit muss Cornelia M. noch schnell tanken. Ihre Arbeitskollegin auf dem Beifahrersitz schaut sehr verwundert, als Cornelia M. sich den Zapfschlauch der Erdgassäule schnappt und den Wagen betankt. Diese Blicke kennt Cornelia, seit einem Jahr Besitzerin eines Erdgasautos. „Manche können es am Anfang gar nicht glauben, weil das Auto doch genauso aussieht wie seine herkömmlichen Benzin-Brüder“, schildert sie lachend ihre Erfahrungen an der Erdgas-Tankstelle. Dabei ist die Rechnung ganz einfach: „Ich bezahle bei jedem Tankvorgang nur die Hälfte an Spritkosten und umweltschonend ist es auch noch!“


In der Tat handelt es sich bei diesem Beispiel um eine Formel, die aufgeht: Die deutlich niedrigere Steuerbelastung von Erdgas als Kraftstoff bis mindestens 2009 und die Preisgestaltung durch Gasversorgungsunternehmen senken die Treibstoffkosten zum Beispiel im Vergleich zu Benzin um die Hälfte. Der Abgabepreis des in Gewicht berechneten Erdgases liegt im Durchschnitt bei rund 1,00 bis 1,20 Mark pro Kilogramm. Umgerechnet entspricht dies einem Benzinpreis von 0,80 bis 1,00 Mark pro Liter. Dieser wirtschaftliche Vorteil überzeugt: Mittlerweile fahren allein in Deutschland mehr als 10.000 Erdgasfahrzeuge.


Premiere auf der IAA


Um der Entwicklung auf Deutschlands Straßen weiter Vorschub zu leisten, werden die neuen und aktuellen Erdgasautos jetzt erstmalig von der deutschen Gaswirtschaft gemeinsam mit Partnern aus der Automobil- und Mineralölindustrie auf der diesjährigen IAA vom 11. bis zum 23. September in Frankfurt vorgestellt. Ideelle Unterstützung findet die Markteinführung der Erdgasfahrzeuge durch das Bundesumweltministerium.


Erdgas – umweltschonend tanken


Eine der zentralen Fragen beim Kauf eines Erdgasfahrzeugs ist für den Verbraucher die Tankstelleninfrastruktur. In Deutschland kann der Fahrer eines Erdgasautos mittlerweile auf ein zunehmend dichter werden des Tankstellennetz zurückgreifen. Bundesweit gibt es schon jetzt über 200 Erdgastankstellen, bereits Ende nächsten Jahres sollen es 300 sein.


Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für das Erdgasauto spricht, ist die besonders schadstoffarme Verbrennung des Erdgasmotors – Grund für die lukrative Mineralölsteuerermäßigung durch die Bundesregierung. Im Vergleich zu einem konventionell betriebenen Ottomotor entstehen bei der Verbrennung von Erdgas bis zu 30 Prozent weniger Treibhausgase. Die Smogbildung wird durch den Erdgasmotor um 80 Prozent reduziert. Außerdem vermindert die „weichere“ Verbrennung des Erdgases das Motorengeräusch.


Für eventuelle Treibstoffengpässe haben die meisten Erdgasautos neben dem Erdgasvorrat noch einen Benzintank an Bord, der die Reichweite des Erdgasfahrzeugs – je nach Tankvolumen – erheblich erhöht. Im Gasbetrieb fällt die Leistungsausbeute bei diesem „bivalenten“ Antrieb auf dem Prüfstand etwa 10 Prozent geringer aus. Wer seinem Auto aber nicht ständig volle Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit abverlangt, dem wird diese Einbuße der Motor-Leistung kaum auffallen. Das Umschalten zwischen Benzin- und Gasbetrieb erfolgt automatisch – ohne die Fahrt unterbrechen zu müssen.


Erdgas ist kein Autogas


Zapfsäulen mit der Aufschrift „Autogas“ sorgen beim Autofahrer nicht selten für Verwirrung. Für Aufklärung ist schnell gesorgt: Bei Autogas handelt es sich um Flüssiggas, mit dem der Erdgasmotor nicht betrieben werden kann. Einer eventuellen Verwechslungsgefahr der nicht kompatiblen Gas-Kraftstoffe wird zum Beispiel durch unterschiedliche Füllstutzen vorgebeugt, die eine versehentliche Betankung mit dem falschen Kraftstoff ausschließen. So bewegt sich der Fahrer eines Erdgasautos auf der sicheren Seite.

Erdgasfahrzeuge genügen höchsten Sicherheitsstandards. Alle eingebauten Druckbehälter müssen TÜV-geprüft sein und verfügen über eine erhebliche Sicherheitsreserve in der Größenordnung von 250 bis 300 Prozent. Auch die Brand- oder Explosionsgefahr ist geringer als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen: Bei einem Schaden entweicht Erdgas, da es leichter als Luft ist, entweder sofort in die Atmosphäre oder wird kontrolliert verbrannt. Die schlagartige Explosion von größeren Kraftstoffmengen ist – im Gegensatz zu konventionellen Kraftstoffen – praktisch ausgeschlossen. Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Zündtemperatur von 650 Grad Celsius. Sogar Feuerwehr und Polizei haben Fahrzeuge mit Erdgasantrieb im Einsatz.


Fördermaßnahmen der Gasversorger


Kleiner Wehrmutstropfen: Der Anschaffungspreis eines Erdgasfahrzeugs bedeutet je nach Auto in der Regel erst einmal eine zusätzliche Investition in Höhe von 2.500 bis 5.000 Mark im Vergleich zu einem Benziner. An individuellen finanziellen Förderprogrammen besteht jedoch kein Mangel. Viele regionale Gasversorgungsunternehmen honorieren die Erwerbung eines Erdgasautos mit einem einmaligen Zuschuss von bis zu 4.500 Mark oder in Form von Tankgutscheinen. Die anfängliche Mehrinvestition kann so schnell aufgefangen werden.


Große Überzeugungsarbeit für ihr Erdgasauto muss Cornelia M. in ihrem Bekanntenkreis darum auch nicht mehr leisten: “Viele wussten bisher noch gar nicht, dass es überhaupt Erdgasfahrzeuge gibt. Aber spätestens, wenn ich ihnen von meiner Tankrechnung vorschwärme, werden sie alle nachdenklich.“


Nähere Informationen zum Thema Erdgasfahrzeuge erhalten Interessierte zum Ortstarif unter der telefonischen Infoline 01802 – 234500 oder im Internet unter www.erdgasfahrzeuge.de. Letzte Änderung: 02.01.2004









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