Technischer Kongress des VDA: Auf Ballhöhe

"Für die deutsche Automobilindustrie ist Klimaschutz kein Modethema, sondern ein fester Bestandteil unseres Denkens und Handelns", lautete einer der Kernsätze der Ansprache zur Eröffnung des neunten Technischen Kongresses des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Dr. Thomas Schlick, Geschäftsführer des VDA, unterstrich dabei die bisherigen Leistungen der Automobilindustrie, immer vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte, die das Automobil als Hauptverursacher des Klimawandels darstellt.

Die deutschen Hersteller haben nach Schlick ihre nationale Selbstverpflichtung zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um 25 Prozent seit 1990 erfüllt. "Wir haben geliefert. Die Importeure liegen bei nur 16 Prozent." In keinem anderen Land sinken die CO2-Emissionen so deutlich wie in Deutschland. "Der Verkehr hat damit maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland die Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll einhält." Beim Klimaschutz seien die deutschen Automobilhersteller auf "Ballhöhe"

Schlick ließ keinen Zweifel daran, dass der Weg zu den von der Europäischen Union geforderten Kohlendioxidausstoß von 120 Gramm pro Kilometer für den Flottenverbrauch neu zugelassener Fahrzeuge nicht über einen starren Grenzwert für alle Fahrzeuggattungen führe. "Er würde dazu führen, dass bei einer Dominanz kleiner Fahrzeuge im Absatzportefolio ein Freibrief dafür erteilt würde, Minderungspotentiale brach liegen zu lassen."

Interventionen allein am oberen Ende der Verbrauchsskala "mögen populistische Ressentiments bedienen, für das Klima bringen sie aber so gut wie nichts", erläuterte Schlick. Würde man den Kraftstoffverbrauch der 50 verbrauchsstärksten Fahrzeuge um 20 Prozent reduzieren, ginge der Verbrauch der gesamten Neuwagenflotte um nicht einmal ein halbes Prozent oder 0,6 Gramm CO2 pro Kilometer zurück.

Eine Verbrauchssenkung in derselben Höhe von 20 Prozent bei den 50 absatzstärksten Fahrzeugen würde dagegen den Durchschnittsverbrauch der gesamten Flotte um 14,1 Prozent oder 18,1 Gramm CO2 pro Kilometer senken. "Brüssel hat nun die Aufgabe, für eine faire Rechtsetzung zu sorgen, die keine Diskriminierung einzelner Länder oder Hersteller darstellt und einen optimalen Beitrag zum Klimaschutz leistet", fasste Schlick zusammen. (ar/Sm)


Letzte Änderung: 28.03.2007









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