Toyota entkräftet Aussage eines US-Experten
Gilbert hatte seine Behauptung mit Manipulationen am elektronischen Gaspedal eines Toyota Avalon belegt und ausgesagt, es handle sich um ein markenspezifisches Problem.
Sein Versuchsaufbau wurde nun auch an Fahrzeugen amerikanischer, deutscher und anderer japanischer Hersteller getestet. Das Ergebnis war bei allen Fabrikaten gleich: Der Motor drehte mit Vollgas in den roten Bereich des Drehzahlmessers ohne dass ein angeschlossenes Diagnosegerät einen Fehler in der Motorsteuerung erkennen konnte. Bei der Demonstration wurde ebenfalls deutlich, dass die Manipulation keinesfalls einfach zu bewerkstelligen und der Defekt daher im Alltagsbetrieb äußerst unrealistisch sei. Eine derartige Fehlerkette hätte zudem Spuren in der Verkabelung hinterlassen müssen, allerdings hat man bei keinem der bisher untersuchten Toyota-Fahrzeuge derartige Schäden feststellen können.
Der Grund dafür liegt in dem komplexen Versuchsaufbau, bei dem insgesamt drei von sechs Kabeln manipuliert werden müssen. Zwei Signalleitungen übermitteln die Bewegung des Pedals an das Einspritzsystem. Ihre Isolierung muss beschädigt und dann das blanke Kabel mit einem 200 Ohm Widerstand überbrückt werden. Zusätzlich muss nun ein drittes spannungsführendes Kabel ebenfalls abisoliert und dann mit nur einem der beiden anderen verbunden werden. Exakte Einhaltung dieser Reihenfolge vorausgesetzt drehen nun alle getesteten Motoren mit Vollgas hoch. Diese Fehlfunktionskette ist jedoch im Alltag höchst unwahrscheinlich, da die zu überbrückenden Kabel schon im Verbindungsstecker zu weit auseinander liegen, teilte Toyota mit. Auch wurde demonstriert, dass bei Nichteinhaltung der von Gilbert vorgeschriebenen Reihenfolge sofort eine Fehlfunktion von der elektronischen Steuerung wahrgenommen wurde und der Motor im Leerlauf bleibt.
Das bei etlichen Modellen der Marke im Extremfall klemmende Gaspedal hat in den USA vermutlich zu fast drei Dutzend tödlicher Unfälle geführt und Toyota zum Rückruf von weltweit 8,5 Millionen Autos veranlasst. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 10.03.2010
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