Umfrage: Automobil-Manager gehen von weiteren Produktioinsverlagerungen aus
Innerhalb der osteuropäischen EU-Länder schätzen der Umfrage zufolge jeweils 35 Prozent der Automobil-Entscheider Tschechien und Polen als attraktivste Länder ein. Dagegen sehen nur jeweils 4 Prozent der Befragten bei Ungarn und Bulgarien das größte Potenzial. Bei den europäischen Niedriglohnländern, die nicht Teil der EU sind, wird Russland klar am besten bewertet (35 Prozent).
Kritisch für die gesamte Automobilindustrie werden den Angaben zufolge vor allem die weiter anwachsenden Überkapazitäten gesehen. 63 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. Als Folge dieser Entwicklung kann es deshalb zu Fabrikschließungen in Westeuropa kommen. "Allerdings haben sich insbesondere in Deutschland viele Werke durch eine höhere Flexibilität bereits auf den weiter steigenden Wettbewerb eingestellt und können heute mit ihren Stärken den Kostennachteil oftmals ausgleichen.", erklärte Bernhard Rieder, Partner und Geschäftsführer bei Booz Allen Hamilton Nach Ansicht der Berater stellt sich demnach vor allem die Frage, wie lange die Niedriglohnländer brauchen, um das Flexibilitätsniveau beispielsweise der deutschen Werke zu erreichen.
Auffallend sei die Uneinigkeit bei den Top-Managern, in welchen Ländern Autos zukünftig produziert werden, hieß es. Während die eine Hälfte der Befragten von einer ausgewogenen Verteilung der Automobilproduktion ausgeht, sieht die Gegenseite eine zunehmende deutliche Abwanderung in die Niedriglohnländer. In den Hochlohnländern verblieben am Ende dieser Entwicklung lediglich Kernbereiche des Managements und der Entwicklung. "Die Untersuchung unterstreicht, wie hart der Wettbewerb der Produktionsstätten geworden ist. Sicher ist, dass jede Einzelne den richtigen Mix aus Flexibilität, Kosten, Qualifizierung und Marktpotenzial für sich finden muss", so Rieder (ar/tkn) Letzte Änderung: 18.01.2007
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