"Umwelthilfe" verschärft Angriffe gegen die deutschen Hersteller

Mit unterlassener Hilfeleistung im medizinischen Bereich verglich es der Geschäftsführer des Vereins Deutsche Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, jetzt bei einer Pressekonferenz des Vereins in Berlin, wenn die Bundesregierung jetzt nicht die deutsche Automobilindustrie in Richtung Klimaschutz drücke. Resch schlug dazu einen "Marschallplan" vor, der eine Reihe von freiwilligen und Zwangsmaßnahmen enthält. Als Vorbild nannte Resch Staaten wie Belgien, Portugal und Frankreich, in denen besonders große Sport Utility Vehicles (SUV) mit Strafsteuern von bis zu 1000 Euro pro Monat belegt werden.

Zur Begründung für seinen Vorstoß führte Resch die vom Kraftfahrtbundesamt kürzlich veröffentlichte Zahl für den Durchschnitt aller in Deutschland neu zugelassenen Personenwagen von 172,5 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer an. Zwar räumt Resch ein, dass es sich bei dem Wert von 140 Gramm, den der europäische Herstellerverband Acea für 2008 zugesagt hat, um einen Wert handelt, der in der Summe für alle in Europa zugelassenen Fahrzeuge gilt. Dennoch sieht er die deutsche Automobilindustrie in der moralischen Pflicht, mit dem deutschen Flottenverbrauch ebenfall 140 g/km zu erreichen, obwohl das nie Gegenstand der Vereinbarung mit der Europäischen Union gewesen ist.

Die DUH will in Zukunft gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland Autokäufer beraten und will bundesweit alle SUV und großen Limousinen mit mehr als 210 g/km CO2-Ausstoß mit Aufklebern anprangern. Vorsichtshalber machte Resch gleich drauf aufmerksam, dass dies nur mit Einverständnis der Besitzer erfolgen darf. Die DUH rechnet offenbar damit, dass ihre und andere Aktivisten nachts heimlich tätig werden.

Zum "Marschallplan" zählt außerdem, die Aufforderung an die öffentliche Hand, bei der Beschaffung von Dienstwagen im Schnitt unter den 140 g/km zu bleiben. Außerdem unterstellt der Verband der Industrie, vorsätzlich mit falschen Verbrauchsangaben zu werben. Als Beispiel für einen wesentlich höheren Verbrauch als nach ECE-Norm angegebenen nannte Resch Audi. Die DUH will die Überwachung der Industrie verstärken, Verstöße bei der Kraftfahrzeug-Kennzeichnung rechtlich verfolgen und außerdem bei allen Fahrzeugen Rückrufaktionen durchsetzen, die außerhalb des Testzyklus nach ECE sehr hohe Verbräuche zeigen. Hier nannte Resch als Beispiel den Chrysler PT Cruiser.

Die Politik forderte Resch auf, in Zukunft die Anschaffung von Dienst- oder Firmenwagen nicht mehr steuerlich zu fördern, die zur Zeit diskutierte CO2-Steuer so auszugestalten, dass Fahrzeuge mit hohen Werten überproportional mit einer Strafsteuer belegt werden: Außerdem forderte ein Werbeverbot für solche Fahrzeuge. Außerdem sollen Personenwagen nach dem Muster der Elektrogeräte in Effizienzklassen eingeteilt werden und das Kältemittel in Klimaanlagen durch Kohlendioxid ersetzt werden. Darüber hinaus wiederholte Resch die Forderung nach einem Tempolimit.

Zum Gesprächsangebot des designierten Präsidenten des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann, stellte Resch fest, Wissmann habe ihm in der vergangenen Woche einen Termin verweigert. Er sei gespannt, ob das Gesprächsangebot der Industrie ernst gemeint sei. Als Voraussetzung für einen Dialog müsse Wissmann dazu die Glaubwürdigkeit der Industrie wieder herstellen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 02.04.2007









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