Umweltverbände kritisieren neue Parkplätze in Hannover

Die Stadt Hannover soll ihre Bemühungen im Klimaschutz mit einer konsequenteren Bekämpfung von Dieselruß intensivieren. Das forderten gestern (11. Juni 2009) Vertreter der Kampagne "Rußfrei fürs Klima" in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Der Neubau von 2000 Parkplätzen in der City mache zunichte, was in mühsamer Kleinarbeit bei den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht wurde. "Wir fordern von allen deutschen Städten - auch von Hannover - der rußfreien und klimafreundlichsten Form der Mobilität, dem Rad- und Fußverkehr, höchste Priorität einzuräumen", so Heiko Balsmeyer, Verkehrsexperte beim Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Im März hatten die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Naturschutzbund (NABU) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Kampagne ins Leben gerufen und die Ausstattung aller Dieselmotoren mit hoch wirksamen Partikelfiltern im Verkehr (Pkw, Nutzfahrzeuge, Bahn, Schifffahrt), aber auch bei stationären Anwendungen (Industrie, Baumaschinen) gefordert. Heute sprach in Hannover der ehemalige Beamte des Umweltbundesamts (UBA), Dr. Axel Friedrich, über die Zusammenhänge von Ruß und Klima. Er wies den Ballungszentren besondere Bedeutung bei der Rußvermeidung zu, weil die Rußpartikel in der Arktis, die heute zu einem beschleunigten Abschmelzen des Eises führen, vor allem aus Europa stammten.

Die Verbände begrüßten die erst kürzlich durch ein Gerichtsurteil bestätigte Umweltzone in der niedersächsischen Landeshauptstadt. "Hannover schließt als erste Stadt bundesweit Fahrzeuge mit roter Plakette aus der Umweltzone aus. Damit wird gezielt solcher Verkehr aus der Innenstadt verdrängt, der besonders hohe Emissionen verursacht. Neben diesem direkten Effekt zeigen die Erfahrungen in Berlin, dass konsequente Regelungen in Umweltzonen zu einer deutlich schnelleren Verjüngung des gesamten Fahrzeugparks führen. Umweltzonen, richtig ausgestaltet, wirken wie Modernisierungsbeschleuniger hin zu einer saubereren Mobilität", erklärte Dorothee Saar von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). (ar/Sm)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 12.06.2009









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