Unruhe im Aufsichtsrat der Continental

Für Unruhe hat der Aufsichtsratchef der Continental AG, Dr. Hubertus von Grünberg, bei seinen Kollegen im Aufsichtsrat gesorgt. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" hatte er eingestanden, für genau den Investmentfond beratend tätig gewesen zu sein, der im Sommer dieses Jahres versucht hatte, bei der Conti einzusteigen, offenbar mit der Absicht das Unternehmen von der Börse zu nehmen. Der Conti-Aufsichtsrat trifft sich morgen zu seiner routinemäßigen Sitzung.

Von Grünberg hatte im Juni 2005 einen Beratervertrag mit der in München angesiedelten General Capital Group (GCG) geschlossen und dabei nach eigenem Bekunden ausgeschlossen, dass er in Projekte in Zusammenhang mit den Unternehmen eingebunden werde, bei denen er ein Aufsichtsratsmandat wahrnehme. Außer der Continental sind das die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und MAN. Im Sommer dieses Jahres startete dann GCG mit Bain Capital, Goldman Sachs und anderen den Versuch, Conti zu übernehmen und als erstes Dax-Unternehmen von der Börse zu nehmen. Zwei Wochen später will von Grünberg seinen Beratervertrag gekündigt haben.

Die Aufsichtsräte der Conti haben davon erst jetzt erfahren, berichtet heute die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Von Grünberg habe sie vorab über das Interview informiert. Der Zeitung zufolge sind Mitglieder des Aufsichtsrats über die späte Information irritiert, zumal der Vorsitzende des Continental-Vorstands, Manfred Wennemer, während der Diskussion mit GCG durchaus Sympathie für diesen Plan hatte erkennen lassen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 05.12.2006





Hubertus von Grünberg
Foto: Auto-Reporter
Hubertus von Grünberg Foto: Auto-Reporter






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