US-Autobauer erhalten Milliarden-Kredit für Kleinwagenentwicklung

Noch in diesem Monat wird Präsident George W. Bush vermutlich das Gesetz unterschreiben, das den US-Automobilherstellern 25 Milliarden US-Dollar Kredit zu verbilligten Konditionen verschafft. Beginnend mit einer ersten Tranche von 7,5 Milliarden US-Dollar will die Regierung ab diesem Jahr die Entwicklung effizienter Modelle der Kompakt- und Mittelklasse fördern.

Die drei großen Drei aus Detroit - General Motors (GM), Ford Motor Company und Chrysler - hatten zu lange auf schwere Fahrzeugen und Trucks gesehen. Die steigenden Kraftstoffpreise in den USA und das sogenannte Energiegesetz zwingen die Hersteller nun zum Umdenken. Das Gesetz verlangt, dass bis 2020 Fahrzeuge in den USA 40 Prozent weniger verbrauchen als heute. Das ist mit den bestehenden Antrieben und mit den Fahrzeugen, die heute das amerikanische Fahrzeug-Angebot noch dominieren, nicht zu schaffen.

Der Kreditrahmen war schon im vergangenen Jahr beschlossen worden, nachdem die Hersteller den Verlust von Zehntausenden von Arbeitsplätzen angedroht hatten. Am Montag vergangener Woche (22. September 2008) passierte das Gesetz das Repräsentantenhaus passiert. Nun steht nur noch die Zustimmung des Senats aus, die kurzfristig erwartet wird.

In Deutschland befürchtet die IG Metall Konsequenzen für Arbeitsplätze in der Opel-Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim, weil GM mit der Einstellung der Entwicklung von großen Geländefahrzeugen und Trucks in den USA Entwicklungskapazitäten freigesetzt hat. Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz befürchtet, dass die Amerikaner zumindest Teile der Kompakt- und Mittelklasse-Entwicklung nach USA ziehen könnten.

Opel-Chef Hand Demant wirft der IG Metall - wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet - "Panikmache" vor. Die Aussagen der Gewerkschaft dienten vor allem dem Zweck einer "Verunsicherung der Engineering-Belegschaft". Die IG Metall wolle so in diesem Bereich Mitglieder gewinnen.

In den 90-ger Jahren gab es bei GM schon einmal den Versuch, einen Astra-Nachfolger auf beiden Seiten des Atlantiks zu entwickeln. Das führte letztlich zu einer großen Reisetätigkeit zwischen Rüsselsheim und Detroit, von der einige Hundert Opel-Entwickler betroffen waren. Das Projekt lief aus; von einer Wiederholung war danach keine Rede mehr. (ar/Sm) Letzte Änderung: 28.09.2008

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