VDA ist zufrieden mit Autojahr 2006
Das "goldene vierte Quartal" werde der Automobilindustrie noch einmal einen kräftigen Wachstumsschub bringen. 2006 sei zudem ein Jahr des "qualitativen Wachstums" mit einem Umsatzanstieg von sieben Prozent auf 254 Mrd. Euro, wobei zwei Drittel des Umsatzes bereits im Ausland erzielt werden, erklärte VDA-Präsident Prof. Bernd Gottschalk.
Beim Privatkundengeschäft habe es eine "kleine Trendwende" mit zweistelligen Zuwachsraten in den letzten Monaten gegeben. Der Aufschwung werde allerdings von der Mehrwertsteuererhöhung, der Kürzung der Pendlerpauschale, der Preiserhöhung durch die Biokraftstoffquote und der höheren Versicherungssteuer für das Automobilgeschäft gebremst werden.
Der Export schaffte 2006 im vierten Jahr in Folge eine neue Rekordmarke, die mit nahezu 3,9 Mio. Pkw um zwei Prozent über dem "extrem hohen" Vorjahr liegt. Westeuropa bleibt mit 60 Prozent Anteil der wichtigste Exportmarkt. Die höchsten Exportzuwachsraten erzielten die deutschen Hersteller in China und Russland mit jeweils über 100 Prozent. Auch auf dem hart umkämpften US-Markt wachsen die deutschen Marken schneller als der Markt.
Inzwischen sei jeder zweite hier neu zugelassene Diesel-Pkw eine deutsche Konzernmarke. Und in den neuen EU-Ländern steigerten die Deutschen ihren Export von Diesel-Pkw um zwölf Prozent.
Der neue Produktionsrekord von 5,4 Mio. im Inland hergestellten Pkw im laufenden Jahr beinhaltet eine Steigerung um 200 000 Einheiten. Für das Autojahr 2007 werde, wegen der gestiegenen Mobilitätskosten, im Inland mit einem Gesamtergebnis von 3,4 Millionen Pkw gerechnet, erklärte Gottschalk.
Prof. Gottschalk sprach sich gegen eine Politisierung der bevorstehenden Tarifrunde aus, denn die Forderung der Gewerkschaft nach einer Berücksichtigung der Mehrwertsteuererhöhung wirke wie das "Verabreichen von Bleiwesten für Hochspringer". Prof. Gottschalk sprach sich vielmehr für weitere Spielräume zur Flexibilisierung aus, wie z. B. variable Einmalzahlungen. Über Investivlöhne könne man reden, aber nicht einfach "on top" und nicht ohne Entscheidungen des Einzelnen über den von ihm gewollten Weg der Beteiligung am Produktivvermögen: "Das "Rundum-Sorglos-Paket" mit Beteiligung am Erfolg, aber ohne Beteiligung am Risiko, kann es nicht geben", so Prof. Gottschalk. (ar/nic) Letzte Änderung: 05.12.2006
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