VDA: Russland als Chance für deutsche Hersteller

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet mittelfristig eine große Belebung des russischen Automarktes und rechnet mit großen Chancen für die deutschen Hersteller: "Der russische Automobilmarkt wird in den nächsten Jahren einen beispiellosen Boom erleben", prognostizierten VDA-Präsident Bernd Gottschalk und Klaus Mangold, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, zum Auftakt der gemeinsamen Veranstaltung "Strategien für die Automobilindustrie in Russland" vor über 200 Teilnehmern aus der deutschen und russischen Automobilindustrie heute in Gravenbruch bei Frankfurt.

Die Konferenz beleuchtet die Besonderheiten und Potenziale des russischen Automarktes und soll die Chancen aufzeigen, die sich deutschen Autoherstellern und Zulieferern dort bieten. Darüber hinaus finden Unternehmergespräche statt, um die Kooperation mit Herstellern und Zulieferern in Russland zu fördern.

Nach Auffassung von Mangold sei Russland ein sich äußerst dynamisch entwickelnder Markt, der sowohl Herstellern als auch Zulieferern enormes zusätzliches Wachstum verspreche. Jährliche Zuwächse beim Absatz von über 15 Prozent belegten dies. "Russland gehört heute bei Wachstum und Marktvolumen zu den Top 10 Automobilmärkten weltweit", so Mangold. "Der russische Automarkt legte allein im letzten Jahr um 18 Prozent auf knapp 1,8 Millionen Pkw zu; bis 2010 wird ein Anstieg der Verkäufe um fast 80 Prozent erwartet. Mittlerweile kommt nahezu jedes zweite abgesetzte Fahrzeug von ausländischen Herstellern. Vor vier Jahren lag dieser Anteil noch bei einem Drittel", sagte Mangold weiter.

Gottschalk wies darauf hin, dass Russland bei über 140 Millionen Einwohnern und einer noch geringen Fahrzeugdichte von rund 180 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner überaus interessante Perspektiven. "Die Kaufkraft der russischen Kunden wächst zusehends. Sie wollen moderne und immer mehr ausländische Autos fahren." 2006 haben deutsche Hersteller mit 202 000 verkauften Pkw ein Plus von 90 Prozent erzielt und lagen dabei deutlich über dem Absatzanstieg der ausländischen Anbieter von insgesamt 67 Prozent. Chancen ergäben sich auch aus der Tatsache, dass in Russland ab dem Jahr 2008 strengere Abgasnormen (Euro 3) in Kraft treten, die deutsche Fahrzeuge längst erfüllen. (ar/os) Letzte Änderung: 07.05.2007









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