VDIK wünscht Flottenwechsel in großem Stil
Das niedrigste Neuzulassungsniveau seit der Wiedervereinigung wurde 2007 mit 3,15 Millionen Einheiten erreicht - ein Rückgang um 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies gab der VDIK kurz vor Jahresende bekannt. "Ein Teil dieses Rückgangs war vorhersehbar, allerdings fiel er im Privatmarkt auch durch die Verunsicherung der Bürger erheblich stärker aus als erwartet. Ich bin stolz darauf, dass die internationalen Kraftfahrzeughersteller trotz allem ihren Anteil am Gesamtmarkt von rund 36 Prozent gehalten haben", sagte VDIK-Präsident Volker Lange.
Verbesserung der Neuzulassungssituation sieht der VDIK erst dann, wenn durch zielgerichtete Maßnahmen der ständige Anstieg der Mobilitätskosten gestoppt würde. "Ich begrüße daher die Entscheidung des Bundeskabinetts zur Umstellung auf eine CO2-bezogene Kfz-Steuer ab dem 1. Januar 2009 als ersten Schritt. Das Gesetzgebungsverfahren muss nun schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. Die konkreten Inhalte der Reform, die Anreiz für die stärkere Nachfrage nach klima- und umweltschonenden Pkws geben soll, müssen sauber und verständlich kommuniziert werden", fordert Lange. Jede weitere Verunsicherung belaste in erster Linie den Markt der privaten Neuzulassungen. Sie ließe den Autofahrer weiter abwarten, bevor Alt gegen Neu getauscht würde.
Der VDIK beobachtete insbesondere bei den von Privatkäufern bevorzugten Segmenten wie Kleinwagen, untere Mittelklasse und Mittelklasse Rückgänge. Zuwächse weisen nur Gelände- und Sportwagen auf. - "Es ist an der Zeit, dass die Politik begreift, dass ein Impuls für eine höhere private Nachfrage ausgelöst werden muss, ein Impuls, der sich positiv auf Umwelt, auf Arbeitsplatzsicherung in der gesamten Automobilwirtschaft, in Handwerk und Mittelstand mit Tausenden Händlerbetrieben und Werkstätten auswirken wird", verkündete der VDIK-Präsident. Aus seiner Sicht könne dies nur mit einem staatlichen Förderprogramm gelingen.
Fördermaßnahmen wären nach Auffassung des VDIK auch "ein klares Zeichen für praktizierten Klimaschutz". So könnten die Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe und der veränderten Kfz-Steuer zweckgebunden eingesetzt werden. Der VDIK sieht in einer Verschrottungsprämie für die sogenannten "Stinker" einen viel größeren Effekt im Interesse des Klimaschutzes als mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung.
Lange lobt die Maßnahme der italienischen Regierung, die seit 2007 Neufahrzeuge mit CO2-Emissionen unter 140 g CO2/km durch eine Steuerbefreiung für zwei bis drei Jahre fördert. Zusätzlich gibt es eine Verschrottungsprämie von 800 Euro für Gebrauchte der Stufe Euro 1 oder schlechter. Die Steigerungsraten bei den Neuzulassungen in Italien sind für Lange der Erfolgsbeweis. Dass der Importeursverband diese Maßnahmen begrüßt, liegt nahe. Immerhin lagen 2006 304.650 neu zugelassene Pkws seiner Mitgliedsunternehmen unter 140 g CO2/km. 25 Prozent der Zulassungen! Und 71 575 Autos blieben unter 120 g/km CO2. (ar/PS) Letzte Änderung: 12.01.2008
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