Volkswagen do Brasil beantragt Kollektivurlaub für 11 000 Mitarbeiter

Volkswagen do Brasil hat einen Kollektivurlaub für 11 000 Mitarbeiter in drei Werken beantragt und damit ein neues Kapitel im Konflikt um die Restrukturierung des Unternehmens aufgeschlagen. Der Streit um bis zu 6000 Stellenstreichungen eskaliert damit weiter. VW in Brasilien sprach von einer Präventivmaßnahme, falls es im Konflikt mit den Gewerkschaften nicht zu einer Lösung komme.

Einen Tag nach einem Treffen des Managements mit Arbeitsminister Luiz Marinho am vergangenen Montag, bei dem die Regierung die Kredite für das Unternehmen einfror, hatte Volkswagen 1800 Arbeiter des größten Werks Sao Bernardo mit Wirkung zum 21. November entlassen. Brasieliens Staatschef Luiz Lula da Silva kritisierte die Maßnahme und machte VW für die Probleme des Unternehmens verantwortlich. Bis zu 3600 Stellen sollen allein in Sao Bernardo wegfallen. Die Arbeiter des Werkes traten daraufhin in einen Streik, an die sich Gewerkschaftsangaben zufolge mehr als 10 000 der 12 400 Beschäftigten beteiligen. Volkswagen will wegen des aufgewerteten Real und hoher Rohstoffkosten bis 2008 bis zu 6000 der insgesamt 22 000 Arbeitsplätze in Brasilien abbauen.

Der Kollektivurlaub vom 18. bis 27. September in den Fabriken in Taubate, Sao Carlos (beide im Land Sao Paulo) und Sao Jose (Paraná) soll allerdings nur dann in Kraft treten, wenn der Streik nicht bald beendet wird. Ein solcher von Unternehmen initiierter Kollektivurlaub ist in Brasilien möglich, wenn er mindestens 15 Tage vorher bei den Behörden gemeldet wird. (ar/sb) Letzte Änderung: 01.09.2006









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