Volkswagen fordert Investitionen für Biokraftstoffe der 2. Generation
Der Manager wies darauf hin, dass Biodiesel oder Ethanol als Biokraftstoffe wichtig waren, jetzt aber umweltfreundlichere und damit nachhaltigere Lösungen möglich seien. "Bei einigen Biokraftstoffen der 1. Generation muss man regelrecht von einem Wolf im Schafspelz sprechen. Sie weisen eine schlechtere CO2-Bilanz auf als herkömmlicher Otto-Kraftstoff. Trotzdem firmieren sie unter dem Prädikat Biokraftstoff und werden mit knappen Haushaltsmitteln steuerlich gefördert", so Pischetrsrieder weiter. Wegen der langen Investitionszyklen müsse jetzt gehandelt werden, um saubere Alternativen zu fördern. Dabei müsse es sich um Kraftstoffe handeln, die nicht gleichzeitig auf der Speisekarte des Menschen stünden. Als Kraftstoffe der Zukunft müssten vielmehr Biomasse aus Ganzpflanzen oder Zellulose, Holz oder Stroh verwendet werden. "Vor diesem Hintergrund kann es nur eine Lösung geben: Die Kraftstoffbasis muss um biogene Kraftstoffe erweitert und der CO2-Kreislauf geschlossen werden. Hierbei müssen die technologisch und volkswirtschaftlich günstigsten Lösungen verfolgt werden", sagte Pischetsrieder.
Wichtig dabei sei aber auch, dass umweltfreundliche Technologie bezahlbar sei und der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibe. Als Beispiel nannte der Drei-Liter-Lupo, der wegen der hohen Kosten auf der Strecke blieb. "Volkswagen hatte schon 1999 den Drei-Liter-Lupo mit glänzender CO2-Bilanz eingeführt. Das Auto wurde oft gelobt und gewann viele Preise. Jeder fand den Drei-Liter-Lupo gut, besonders aber in der Garagenauffahrt seines Nachbarn. Dieser Kleinwagen war zwar sehr verbrauchsgünstig, technisch aber höchst aufwendig und deshalb entsprechend teuer", so Pischetsrieder. Deshalb auch die Hoffnung auf neue Kraftstoffe: "Die Kosten für die Vermeidung von einer Tonne CO2 allein durch Fahrzeugtechnik betragen 400 bis 540 Euro. Biokraftstoffe der 1. Generation erzielen dies mit nur 200 bis 300 Euro pro Tonne. Für Biokraftstoffe der 2. Generation wird diese Zahl mittelfristig halbiert auf nur noch 150 Euro pro Tonne". Nicht nur deshalb, sondern auch aus Gründen der Nachhaltigkeit, sollte die CO2-Effizienz eines Kraftstoffs die wichtigste Kerngröße bei der Bewertung von Kraftstoffen sein, aber auch andere Kriterien mit einfließen. (ar/sb) Letzte Änderung: 07.09.2006
Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:
- Kontrolle als Prävention gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch
- Service Reifenwechsel: Richtig montieren und richtig lagern
- Grenzenlose Freiheit - Problem Führerscheintourismus
- ADAC AutoAtlas Deutschland/Europa 2007/2008 auf dem Markt
- Falk präsentiert großen Reiseplaner 2007


