Volkswagen HV 2007: Klimawandel und die Schatten der Vergangenheit
Piech sah sich bei der Versammlung mit einigen Anträgen gegen seine Entlastung konfrontiert worden. Bei der Entlastung der einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats erhielt er damit das schlechteste Ergebnis. Trotz vieler kritischer Anmerkungen aus dem Kreis der Aktionäre werden voraussichtlich alle Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands entlastet. Auch die Wiederwahl von Ferdinand Piech steht trotz Gegenstimmen nicht in Frage.
Drittes großes Thema waren die Chancen des Unternehmens mit den vorhandenen und neuen Technologien bei der CO2-Reduzierung in den Märkten zu punkten. Aufsichtsratschef Piech hatte im Vorfeld der Hauptversammlung in einem Interview mit der "Braunschweiger Zeitung" die Entwicklung eines Ein-Liter-Autos als Ziel definiert.
Der Volkswagen-Konzern hat 2006 ein beeindruckendes Jahr der Wende hingelegt. Der Umsatz überstieg mit 105 Mrd Euro erstmals die 100-Milliarden-Grenze. 5,7 Millionen Fahrzeuge konnten die VW-Marken absetzten, 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Und 2007 geht's weiter aufwärts. Im ersten Quartal wurden mit 1,5 Millionen Autos 7,9 Prozent mehr ausgeliefert als im ersten Quartal 2006. Beim Ergebnis erwartet der Konzern für das laufende Jahr mindestens eine Wiederholung des 2006-er Ergebnisses in Höhe von 5,1 Mrd Euro. 2008 soll das Ergebnis sogar mehr als 8 Mrd. Euro betragen
Wachstum zeigten die Marken des Konzerns in allen Märkten, sogar im Problemfeld USA lag Volkswagen mit 1,6 Prozent über Vorjahr, aber noch lange nicht in der Gewinnzone. Vorstandsvorsitzender Prof. Neue Modelle und Vertriebsprogramme sollen hier eine bessere Entwicklung bringen. Viel verspricht sich Winterkorn auch vom Auftritt der Clean-Diesel-Modelle, mit denen Volkswagen, Audi und DaimlerChrysler unter der gemeinsam verwendeten Marke Bluetec dem Dieselmotor in den USA zum Durchbruch verhelfen wollen.
Stolz verweist Winterkorn darauf, dass das große amerikanische Prüf- und Bewertungsunternehmen J.D. Power in diesem Jahr Volkswagen in seiner Umweltstudie als das umweltfreundlichste Unternehmen auszeichnete und damit die Clean-TDI-Technologie den japanischen Hybrid-Technologien vorgezogen hatte.
In China will Winterkorn die Kooperation der beiden Joint venture FAW Volkswagen und Shanghai Volkswagen stärken. Die beiden Unternehmen sollen vom gemeinsamen Einkauf bis zur Abstimmung der Modellpolitik besser und damit kostengünstiger zusammenarbeiten. Volkswagen will in China seine Marktführerschaft mit einem Anteil von 24,3 Prozent weiter ausbauen.
Grundtenor aller Aussagen zu allen Märkten, allen Marken allen Werken lautete: Wir müssen mit weniger Mitteln mehr erreichen. Als eine Voraussetzung nannte Winterkorn die neue Struktur des Unternehmen, die den einzelnen Marken größere Selbstständigkeit und damit aber auch höhere Verantwortung für den eigenen Erfolg übernehmen müssen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 19.04.2007
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