Volvo Museum 100 Autos aus 80 Jahren
Beliebtes Ausflugsziel für Skandinavien-Urlauber - Das Museum "mit der schönsten Aussicht" - Ausstellung aller bedeutenden Produkte mit dem Volvo Marken-Emblem - 100 Automobile aus über 80 Jahren Geschichte.
Am 14. April 1927 rollte mit dem "Jakob" genannten Modell ÖV 4 der erste Volvo Personenwagen aus einer Werkhalle in Hisingen, eine Insel vor den Toren von Göteborg. Auf dem historischen Grund ist noch heute der Stammsitz von Volvo, und hier steht auch das Volvo Museum, das im Jahr 1996 eingeweiht wurde. Seine heutige Größe von 7.000 Quadratmetern erreichte es 2006. „Wir haben nicht das größte Museum, aber das mit der schönsten Aussicht", betont Claes Rydholm, Leiter der Abteilung Volvo Cars Heritage und Archiv. Er verweist darauf, dass im Volvo Museum alles steht, was ein Emblem der Marke ziert: „Autos, Lastwagen, Busse, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Flugzeuge und Boote." Das Volvo Museum ist für viele Skandinavien-Urlauber ein beliebtes Reiseziel und immer ein Treffpunkt für Volvo Enthusiasten aus aller Welt.
Neben der Volvo Car Corporation, die seit 1999 zu Ford Motor Company gehört, leisten auch andere aus der Volvo Unternehmensgruppe hervorgegangene Unternehmen hier gemeinsam Traditionspflege. Für Museums-Direktor Sten-Ã…ke Lyngstam ist das so vorbildlich, wie die Wiederbelebung der früheren Industriebrache: „Das Museum ist in einer ehemaligen Schiffswerft und darum herum haben die Volvo AB, Volvo Bus, Volvo Financial Services sowie Zulieferfirmen die lange Zeit leer stehenden Hallen genutzt und neu ausgebaut." Eine Müllkippe wurde zum Park mit Rundkurs für Oldtimer, beim alten Leuchtturm entstand ein Sportboot-Hafen für Besucher. Die Besucherzahlen steigen kontinuierlich an: „2008 waren es über 60.000, davon 60 Prozent aus dem Ausland - mehr als die Hälfte davon deutschsprachig." Wer auf die Zeitreise durch die Marken-Historie geht , wird denn auch bestens informiert: Alle Ausstellungsstücke sind schwedisch, englisch und deutsch beschrieben.
Heinz Linniger, Lyngstams Vorgänger als Museums-Direktor, hatte viele Jahre gebraucht, um die Schätze der Vergangenheit zusammenzutragen. Neben den von ihm gefundenen und restaurierten Fahrzeugen standen auch andere wertvolle Erinnerungstücke lange Zeit vergessen in Flugzeug-Hangars, Garagen und Scheunen. So der Doppel-Schreibtisch der Firmengründer Gustaf Larsson und Assar Gabrielsson, die - sich gegenüber sitzend - mit technischer bzw. kaufmännischer Kompetenz das Unternehmen in die Zukunft führten. Die beiden Visionäre kannten sich aus ihrer Zeit beim Kugellager-Hersteller SKF, der ihnen einen großen Teil des Startkapitals und den Namen Volvo mit auf den Weg gab.
„Autos werden von Menschen gefahren. Das Leitmotiv für alles, was wir bei Volvo machen, ist deshalb Sicherheit." Diese Sätze, die am Beginn des Rundgangs stehen, formulierten die Volvo Gründer schon 1930: Neben der Umweltverantwortung gilt das noch heute. Die richtungweisenden Entwicklungen von Volvo auf beiden Gebieten sind entsprechend ausgiebig wie anschaulich dokumentiert. Beispielsweise der "Lebensretter" Dreipunkt-Sicherheitsgurt, den Ingenieur Nils Bohlin entwickelte. Er wurde 1959 von Volvo erstmals in Serie eingebaut und feiert 2009 sein 50. Jubiläum. Der schnellen Freigabe des Patents für alle Mitbewerber wird im Museum deshalb selbstbewusst Rechnung getragen: „A bit of Volvo is in every car" - schließlich steckt mit dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt in jedem Auto ein bisschen Volvo.
Richtungweisend auch das rollende Versuchslabor VESC von 1972 mit Teleskopstoßstangen, einem ersten ABS, Gurt-Tragewarnern, Teleskop-Lenksäule und einer mächtigen rückwärts blickenden Kamera als Vorbote der Einparkhilfe und anderen Features. Oder der ETC-Prototyp auf dem Weg zur elektronischen Traktionskontrolle sowie der Safety Concept Car von 2001, dessen Form sich im heutigen C 30 widerspiegelt, sind wichtige Exponate.
Erklärt werden Seitenaufprall- wie Überschlagschutz, Crashzonen und selbstverständlich das Bemühen für die Sicherheit der Kinder - von der ersten rückwärts gerichteten Sitzschale bis zum ISOFIX-System. Genial einfach wird anhand des Light Component Projekt erklärt, was Leichtbau heißt: Neben dem Fahrzeug können identische Würfeln aus Stahl, Magnesium, Aluminium und Kunststoff-Komponenten hochgehoben werden. Das breite Umweltengagement vom ersten Drei-Wege-Kat mit Lambdasonde und dem ersten Elektro-Vehikel bis zum Hybrid-Motor der Zukunft fehlt natürlich nicht.
Selbstverständlich nimmt die Modell-Geschichte großen Raum ein. Dass schon ein Jahr nach dem ersten Auto mit Klappverdeck die Limousine PV 4 folgte und auf deren Fahrwerk ein Pick-up sowie ein Bus entstanden, erklärt Haushistoriker Rydholm so: „Ein Dach überm Kopf war für das skandinavische Wetter die bessere Lösung. Und mit Bussen und Lkw hat das Unternehmen gut 40 Jahre große Stückzahlen erreicht."
Weitere Informationen auf der Museumsseite
Letzte Änderung: 08.06.2009Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:
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