Vor 40 Jahren: Pressevorstellung des Volkswagen 411
"Ein VW, wie es noch keinen gab", versprach die Werbung. Erstmals besaß ein VW eine selbsttragende Karosserie mit wahlweise 4 Türen, mehr Platz als jeder andere VW bisher und einen größeren Radstand als der Käfer. Der VW 411 war im Vergleich zum 1961 erschienenen VW 1500/1600 deutlich größer und besser ausgestattet. Im Heck arbeitete ein neukonstruierter und leistungsstarker luftgekühlter 1,6-Liter-Boxermotor mit 68 PS, der für eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h gut war. Für sichere Straßenlage sorgte ein neues Fahrwerk mit Federbein-Vorderachse und Doppelgelenk-Hinterachse, das auch im Porsche 911 verwandt wurde. In Heck und Vorderwagen konnten zusammen 570 Liter Gepäck untergebracht werden. Der Wagen war in einer Normal- und einer L(uxus)-Ausführung zu Preisen zwischen 7770 und 9285 Mark erhältlich.
Kupplungsschäden an den ersten ausgelieferten Fahrzeugen und eine zunehmend negative Presse senkten die Absatzchancen. Motor- und Fahrgeräusche, die begrenzte Leistung des Motors und die als unästhetisch empfundene Frontansicht nannten Kunden als Haukritikpunkte.
Zum Modelljahr 1970 brachte Volkswagen daher mit dem VW 411 E eine verbesserte Version auf den Markt. Der Einsatz der elektronisch gesteuerten Benzineinspritzung steigerte die Motorleistung auf 80 PS und die Front, die ihm im Volksmund die Bezeichnung "Nasenbär" eingebracht hatte, war durch ein Facelift verändert worden. Noch mehr Platz für Gepäck brachte die Einführung des Kombis VW 411 E Variant, der sich bald doppelt so gut wie die Limousine mit Fließheck verkaufte. Der Export ab 1971 in die USA, wo sich der Wagen besser als erwartet verkaufte, nahm bald rund 40 Prozent der Gesamtverkäufe ein. 1972 folgte ein neuerlich aufgewertetes und nun VW 412 genanntes Modell.
Obwohl der VW 411/412 hinter den Verkaufserwartungen zurückblieb, nimmt er als letztes großes Serienmodell mit Luftkühlung und Heckmotor einen wichtigen Platz in der Geschichte von Volkswagen ein. (ar/jri) Letzte Änderung: 19.09.2008


