Vorstellung Chevrolet Epica: Chevrolet schwört auf Autogas

Chevrolet schwört auf Autogas. Heute schon wird fast jedes zehnte Auto der General Motors-Tochter in Deutschland mit einer Autogasanlage verkauft, die beides erlaubt: den Betrieb mit Gas und - stets sofort umschaltbar - den Betrieb mit Benzin. Der Umbau beim Händler kostet knapp 2700 Euro. Dafür spart man rund 40 Prozent der Treibstoffkosten. Vielfahrer und Flottenbetreiber werden diesen Vorteil zu nutzen wissen.

Günther Sommerlad, der Geschäftsführer von Chevrolet Deutschland, sieht hier eine zusätzliche Chance für seine Produktpalette, denn der Steuervorteil für Autogas wurde gerade bis 2018 festgeschrieben. Außerdem wächst die Zahl der öffentlich zugängigen Autogastankstellen in Deutschland jede Woche um zwei. Zurzeit bieten rund 1800 Tankstellen in Deutschland Autogas an.

Wir fuhren den Chevrolet Epica, der Anfang September in Deutschland auf den Markt kommt, mit einem Zwei-Liter-Sechszylinder der mit Superbenzin 105 kW/ 144 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 195 Newtonmeter (Nm) anbietet. Mit Benzin erreicht dieser Typ eine Spitzengeschwindigkeit von 207 km/h und beschleunigt in knapp zehn Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Beim Epica- wie auch bei den meisten anderen Umbauten auf Autogas bei Chevrolet - wird der Kofferraum vom Gastank nicht beeinträchtigt, denn der findet seinen Platz in der Mulde für das Reserverad. So geht von den 480 Litern Ladevolumen nichts verloren. Dafür erweitert sich die Reichweite erheblich, weil man nacheinander Gas oder Benzin fahren kann.

Ob man gerade mit Gas oder mit Benzin fährt, lässt sich in der Praxis kaum feststellen. Wir hatten den Eindruck, dass beim Gasbetrieb nicht die volle Leistung zur Verfügung steht, der Motor dafür aber glatter arbeitet. Der Gasantrieb passt jedenfalls gut zu der Limousine, die Chevrolet selbst als gleichzeitig sportlich und elegant beschreibt, aber doch eher gut bürgerlich daherkommt.

Viele Elemente sprechen für die bewusste Annäherung an den europäischen Design-Zeitgeist: runde Formen, große ovale und in die Seiten hineingezogene Scheinwerfer, die coupéartige Dachkontur und selbst die bei Mercedes-Benz "Charakterline" genannte Sicke an der Seite fehlen nicht.

Mit seiner Länge von mehr als 4,80 Metern und einem Radstand von 2,70 Metern bietet der Epica viel Innenraum, was auch dem quer eingebauten Reihen-Sechszylinder zu danken ist. Beim Basistyp, dem 2,0 LS, der nur mit einem Fünf-Gang-Getriebe für Handbetrieb ausgeliefert wird, wünschte man sich allerdings mehr Futter für die Augen. Die Armaturentafel wirkt doch insgesamt eher schlicht.

Mehr zu sehen und zu genießen gibt es beim Epica 2.0 LT und erst recht beim 2,5 LT mit seiner umfangreicheren Ausstattung und der um 10 kW/ 14 PS höheren Motorleistung und dem maximalen Drehmoment von 237 Nm. Der wird nur mit einer Fünf-Gang-Automatik zu haben sein. Die Höchstgeschwindigkeit und die Beschleunigung entsprechen denen des kleineren Motors mit Handschalter. Der Durchschnittsverbrauch liegt mit 9,3 Litern Super allerdings um gut einen Liter pro 100 km höher als beim kleineren Sechszylinder.

Die Preise für den Epica darf man getrost als Kampfpreise betrachten. Sie reichen von 20 890 Euro bis 25 490 Euro, noch ohne Umrüstung auf Autogas. Allem Bemühen um günstige Preise zum Trotz muss man aber anmerken, dass es weder dem Stand der Technik noch den Gepflogenheiten im deutschen Markt entspricht, ein Auto in dieser Klasse ohne das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) anzubieten. Hier wird Chevrolet rasch nachlegen müssen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 25.08.2006



Chevrolet Epica. Foto: Auto-Reporter/Chevrolet
Chevrolet Epica. Foto: Auto-Reporter/Chevrolet
Chevrolet Epica. Foto: Auto-Reporter/Chevrolet
Chevrolet Epica. Foto: Auto-Reporter/Chevrolet






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