Vorstellung Kia Cee´d: Mit Garantie zum Erfolg

Cee´d - das klingt nach Englisch Seed = Saat. Und die Saat zu neuen Erfolgen soll der Kompakte unter südkoreanischer Flagge, der in Europa entwickelt und gebaut wurde, bilden. Der Vorgänger Cerato blieb in der Klasse von Golf, Astra und Focus immer nur ein Mauerblümchen, der Cee´d ist von anderem Schrot und Korn. Modernes Design, ordentlich Platz und eine 7-Jahres-Garantie sollen für Vertrauen beim Kunden sorgen. Und den Preis hat Kia knallhart kalkuliert. Das Auto knapp über Golf-Format (4,24 Meter) mit 81 kW/109 PS ist ab 14 300 Euro zu haben. Am 19. Januar rollt er zu den deutschen Händlern.

Der Namensgeber dieser Klasse kommt aus Wolfsburg - und kostet ausstattungsbereinigt etwa 3000 Euro mehr. Beim Golf hat Kia auch sichtbar abgekupfert. Viele Detaillösungen wirken wie aus dem VW-Regal, unter anderem der Schlüssel. Dass der Cee´d nicht aus Korea, sondern aus dem Design-Center in Rüsselsheim stammt, zeigt auch die klare Linie, die ein wenig an den Toyota Corolla erinnert. Gebaut wird er in der Slowakei. Details wie die in LED-Optik gestalteten Rückleuchten gefallen auf Anhieb, auch wenn der Germano-Koreaner weit weniger aufregend auftritt als die Messestudien zuvor. Aber ein sportlicher Dreitürer wird voraussichtlich Ende 2007 kommen und soll optisch weit dicker auftragen. Ein modischer "Sport-Kombi" wird bereits ab August feil geboten. Bis dahin gibt es den Cee´d nur als Fünftürer.

Zunächst wird es zwei Diesel mit 1,6-Litern Hubraum geben, die 66 kW/90 PS und 85 kW/115 PS leisten. Drei Benziner mit und 1,4, 1,6-, und 2,0-Litern Hubraum und 81 kW/109, 90 kW/122 PS und 101 kW/143 PS sind für Freunde des Otto-Motors zu haben. Für die beiden größeren Benziner ist optional eine Vierstufen-Automatik für 1230 Euro im Angebot. Besondere Hoffnungen setzt Kia in den stärkeren Diesel, der für knapp 18 000 Euro zu den Händlern rollen wird. Das Drehmoment von 255 Newtonmetern zwischen 1900 und 2750 U/min reißt nicht vom Hocker, reicht aber zum schaltfaulen Fahren mit allerdings nur fünf Gängen. 188 km/h Höchstgeschwindigkeit sind standesgemäß, ebenso der Verbrauch von 4,7 Litern Diesel im Drittelmix. Bei einer ersten Ausfahrt konsumierte der Selbstzünder allerdings rund sieben Liter. Ein Rußfilter mit offenem System ist serienmäßig an Bord, ein effektiveres geschlossenes System kommt mit Verspätung im Mai 2007. Sechs Gänge sind dem 2,0-Liter-Selbstzünder vorbehalten, der mit etwa 150 PS Mitte 2007 auf Kundenfang geht.

Der Zweiliter-Benziner, den wir ebenfalls fahren durften, ist etwas lärmig, wenn er gefordert wird. Die 186 Nm Drehmoment bemerkt der Fahrer nur mit gutem Willen. In der üppigen EX-Ausstattung kostet er 19 230 Euro. Ein echter Sportler mit mindestens 200 PS wird nachgeliefert. Auf Augenhöhe die Abstimmung beim Diesel: Relativ weich, aber nicht schwammig federt der Cee´d über Unebenheiten, in Kurven neigt er sich kräftiger als einige seiner Mitbewerber, ohne dabei die nötige Bodenhaftung zu verlieren. Der stärkste Benziner ist sportlicher ausgelegt und federt straffer, ohne unkomfortabel zu werden.

Gelernt hat Kia auch beim Interieur. Haptisch hochwertige Kunststoffe und eine klare Bedienung sorgen ebenso für fröhlichen Minen beim Besitzer wie ordentliche Sitze, deren Sitzflächen aber länger sein könnten. Drei Rundinstrumente sorgen für Durchblick, der breite Mittelteil des Armaturenträgers liegt weit oben und entsprechend gut sind die Bedienelemente für das CD-Radio oder die Klimaanlage zu erreichen. Immer an Bord: ESP, elektrische Fensterheber, Bordcomputer und sechs Airbgas. Drei Ausstattungen (LX, EX, TX) sind erhältlich. Klima ist ab EX genau wie aktive Kopfstützen Serie und vorher als Paket zu Preisen ab 780 (manuell) bzw. 1210 Euro (Klimaautomatik und Navigation) zu haben. Hinten geht es etwas enger zu als Golf, aber durchaus kommod, der Kofferraum ist mit 340 bis 1300 Litern nahezu identisch mit dem des Klassenprimus. Die Kopfstützen hinten sind zu kurz für Menschen über 1,70 Meter Größe.

Kia wird weiter Autos über den Preis verkaufen, aber auch über seine Garantie: Sieben Jahre oder 150 000 Kilometer sind ein Angebot, dem mancher Kunde nicht widerstehen werden wird. Das Sorgenfrei-Paket für nahezu ein ganzes Auto-Leben macht den Cee´d automatisch zum guten Angebot in diese Klasse. Auch, wenn die 7-Jahres-Garantie eigentlich eine 5+2-Garantie ist, so durfte sie doch erfolgreich Käufer locken und zeigt das große Selbstbewusstsein bei Kia. Die zwei zusatzlichen Jahren gewährt Kia auf Motor und Antriebsstrang. Das Angebot ist jedenfalls nahezu unschlagbar, auch weil der Cee´d auf den ersten Blick keine echten Schwächen offenbart. So scheint auch das ehrgeizige Ziel von mindestens 8000 Einheiten für Deutschland und rund 100 000 Fahrzeugen für Europa im Jahr 2007 durchaus realistisch. Ein Jahr später sollen es bereits 150 000 Cee´d sein, die damit das Werk im slowakischen Zilina voll auslasten würden. Und auch die Werbetrommel wird kräftig gerührt: Die Marketing-Aufwendungen für den Kompakten werden im Vergleich zum Vorgänger verdreifacht. Ohne Zweifel: Kia wird so auch in einem Segment Fuß fassen, in dem die Früchte bisher (zu) hoch hingen. (ar/sb) Letzte Änderung: 28.11.2006





Kia Cee´d. Foto: Auto-Reporter
Kia Cee´d. Foto: Auto-Reporter
Kia Cee´d. Foto: Auto-Reporter
Kia Cee´d. Foto: Auto-Reporter
Kia Cee´d. Foto: Auto-Reporter
Kia Cee´d. Foto: Auto-Reporter






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