VW-Nutzfahrzeuge: Rekordjahr und Einstieg in die 45Tonnen-Klasse
Bis 2010 ist sogar eine Absatzsteigerung auf 600 000 Stück geplant. Helfen sollen dabei neben dem Ausbau der Caddy-, Transporter- und Crafter-Modellreihen zwei neue Produkte: Bereits ab 2007 wird VW sein Angebot an schweren Lkw erweitern und in Brasilien erstmals Fahrzeuge über 45 Tonnen fertigen. Ab 2009 ist der Einstieg in das Segment der mittelschweren Pick up´s vorgesehen.
Damit bleibt VW aber auch seiner "dualen Strategie" treu: Vornehmlich für West- und Nord-Europa technisch hochstehende und komfortable Großraum-Limousinen, Stadtliefer- und Freizeitfahrzeuge sowie Transporter anzubieten, auf den anderen Märkte inklusive der Schwellen- und Entwicklungsländer aber mit robusten sowie preiswerten leichten und schweren Lkw der aufstrebenden Phalanx der chinesischen und indischen Wettbewerber Paroli zu bieten. Während VW auf den so genannten "Prime Markets" bei den leichten Nutzfahrzeugen bis sechs Tonnen bereits bestens etabliert ist und in Deutschland (Marktanteil von derzeit 35,7 Prozent) und in Westeuropa (14,4 Prozent) den ersten bzw. zweiten Rang einnimmt, ist das Geschäft auf den "Emerging Markets" allerdings noch ausbaufähig. Denn "nur" am Produktionsstandort Brasilien ist man im Segment von fünf bis 45 Tonen mit einem Anteil von 31,2 Prozent in der Spitzenposition.
Doch die Exporterfolge vor allem in Südamerika sowie - auch unterstützt durch die Werke in Mexiko und Südafrika - in Mittelamerika und Südafrika sind unübersehbar und werden durch den weiteren Ausbau der Vertriebsnetze weiter steigen. Vielleicht demnächst auch in Osteuropa einschließlich Russland und anderen benachbarten Ländern. Denn nicht von ungefähr steht in Hannover die erst seit Anfang dieses Jahres in Brasilien gebaute Constellation-Serie - eine neue Lkw-Reihe, die praktisch auf Anhieb in Südamerika zum Bestseller wurde. Dank ihrer Robustheit, Zuverlässigkeit und Preiswürdigkeit durchaus eine Alternative zu den "Angeboten" aus China und Indien oder den russischen Eigen-Produktionen. Und bei entsprechendem Interesse in Hannover sollte ein Vertriebs- und Servicenetz relativ schnell aufgebaut sein.
In die gleiche Richtung zielt offensichtlich auch die Einführung einer robusten Pick up-Modellreihe, die von vornherein eben nicht nur in Brasilien und Südafrika, sondern auch in Europa je nach Marktbedingungen gefertigt werden soll. Ein Segment, das in Westeuropa zwar keine große Rolle spielt, aber weltweit ein Volumen von rund zwei Millionen Stück umfasst - bei steigender Tendenz. Mit Stückzahlprognosen für den Pick up hielt sich der zum Jahresende in den Ruhestand gehende Dr. Bernd Wiedemann zwar noch zurück. Doch ist leicht kalkulierbar, dass bei entsprechendem Erfolg mittelfristig auch über eine weitere Nutzfahrzeug-Produktionsstätte gesprochen werden dürfte. (ar/hhg) Letzte Änderung: 19.09.2006
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