VW und IG Metall erzielen Durchbruch bei Verhandlungen
Außerdem wurde für die Belegschaft ein neues Modell der Ergebnisbeteiligung erarbeitet. Darüber hinaus wurden Fertigungsumfänge für jeden der Standorte festgelegt, um Auslastung und damit die Beschäftigung sicherzustellen. Wolfsburg bleibt damit der wesentliche Produktionsstandort für den Golf. Personalvorstand Dr. Horst Neumann, sagte: "Mit den heute vereinbarten Eckpunkten sind wir mit der Restrukturierung von Volkswagen einen großen Schritt vorangekommen. Die Verhandlungen waren sehr hart. Aber sie waren geprägt vom gemeinsamen Willen, die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen voranzubringen. Wettbewerbsfähigkeit ist die Voraussetzung für Beschäftigung. Das haben wir mit der Rückkehr zu normalen Arbeitszeiten erreicht." Klaus Dierkes, Verhandlungsführer und Leiter Personal Deutschland bei Volkswagen, betonte: "Wir haben Arbeitskosten und Arbeitszeiten auf Branchenniveau erreicht, ohne dass die Mitarbeiter Geld verlieren."
Künftig wird die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit wird auf 33 Stunden für die Beschäftigten in der Produktion und auf 34 Stunden für die Verwaltungsmitarbeiter angehoben. Eine Entgelterhöhung erfolgt nicht. Diese Arbeitszeit kann durch zwei beziehungsweise eine zusätzlich vergütete Stunde auf 35 Stunden ausgeweitet werden. Zusätzlich vereinbart wurde ein Arbeitszeitkorridor von 25 bis 33 Stunden für Beschäftigte in der Produktion und von 26 bis 34 Stunden für die anderen Mitarbeiter. Unabhängig von der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit entspricht das Entgelt innerhalb dieses Korridors der bisherigen Bezahlung einer 28,8-Stunden-Woche.
Bei erfolgreichem Geschäftsverlauf erhalten die Mitarbeiter eine Ergebnisbeteiligung, die erheblich über den bisher gezahlten Beträgen liegen kann. Neumann: "Leistungsorientierung folgt einem einfachen Grundsatz: Wer sich engagiert und gute Arbeit liefert, muss dafür belohnt werden. Eine Ergebnisbeteiligung stärkt das Bewusstsein der Belegschaft für ihre eigene Leistung und für ihre Marke, ohne in schlechten Zeiten das Unternehmensergebnis über Gebühr zu belasten." In das betriebliche Altersversorgungssystem zahlt Volkswagen einmalig für jeden Mitarbeiter einem pauschalen Betrag von 6279 Euro ein. Für Mitarbeiter, die bereits in wettbewerbsfähigen Tarifen eingesetzt sind (Haustarif II von Volkswagen), wurde eine Erhöhung der Vergütung vereinbart, die dem Branchenniveau entspricht.
Die Tarifparteien haben beschlossen, die Einzelheiten zu diesen Eckpunkten voraussichtlich am Mittwoch, 4. Oktober, in einem abschließenden Verhandlungsergebnis festzulegen. Vorgesehen ist eine Laufzeit vom 1. Januar 2007 bis Ende 2011. Auch die Schließung der Gießerei in Hannover ist vom Tisch: Dort soll ein Kompetenzzentrum entstehen. 700 Arbeitsplätze sind so gesichert. (ar/sb) Letzte Änderung: 29.09.2006
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