VW-Verhandlungen: Ohne Auslastung für Werke keine 35-Stunden-Woche

Im Ringen um eine Tarifeinigung für die sechs westdeutschen Volkswagen-Werke mit 100 000 Beschäftigten in Deutschland macht die Gewerkschaft IG Metall eine Wiedereinführung der 35-Stunden-Woche weiter von klaren Beschäftigungsgarantien des Autobauers abhängig. Bei den Gesprächen heute in Langenhagen bei Hannover will die Gewerkschaft Zahlen zur Auslastung einfordern, um auch bei einer Verlängerung der Arbeitszeit keinen Stellenabbau akzeptieren zu müssen. Beide Seiten hatten zuvor angekündigt, ernsthaft miteinander zu verhandeln.

VW-Verhandlungsführer Klaus Dierkes hatte noch einmal betont, dass Änderungen in der Tarif- und Kostenstruktur unumgänglich seien. Der Autobauer will die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängern, die Gewerkschaft lehnt dies ab. Meine sagte, man sei an Lösungen interessiert, die Arbeitsplätze "zu guten Tarifbedingungen langfristig in den sechs Werken hält". Von einem schnellen Erfolg bei den Verhandlungen gehen beide Seiten nicht aus.

Unterdessen hat VW-Gesamtbetriebsrat Bernd Osterloh im Vorfeld der Verhandlungen harsche Kritik am Management geübt. "Das Hauptproblem bei VW sind nicht die Personalkosten, sondern Strukturen und Prozesse" sagte er. Es sei eigentlich der Job des Managements, auch unter den bestehenden Tarifbedingungen eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften, hieß es weiter. Mit schnellen Ergebnissen rechnet auch er nicht. (ar/sb)
Letzte Änderung: 18.09.2006









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