Weltneuheit: Verkehrsplanung und Umweltplanung rücken zusammen
Um verkehrsbedingte Schadstoffemissionen zu vermeiden, muss man wissen, wo und in welchem Umfang sie entstehen. Das jetzt in Visum eingebaute Verfahren berechnet alle Schadstoffemissionen und versetzt die Verkehrsplaner damit in die Lage, Umweltqualitätsziele mit verkehrsplanerischen Mitteln anzugehen. Verkehrsplanung und Umweltplanung rücken somit noch näher zusammen.
Nach der EU-Richtlinie 1999/30/EG ist ab dem Jahr 2010 innerstädtisch im Jahresmittel eine Sickoxid (NO2)-Konzentration von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) einzuhalten. Dieser Wert wird heute noch an vielen verkehrsbeeinflussten Standorten überschritten. Thomas Haupt, Vorstandsmitglied der PTV, betont deshalb: "Die EU-Richtlinie zu den Emissionsgrenzwerten erfordert dringend verkehrliche Maßnahmen zur Schadstoffbegrenzung, um die neuen Grenzwerte auch bei NO2 einzuhalten." Hier schaffe das neue Modul Planungssicherheit und liefert den Verkehrsplanern eine anerkannte Methodik zur Schadstoffberechnung. "Jetzt sind die zuständigen Behörden gefordert, entsprechende Untersuchungen zu starten und wirkungsvolle Maßnahmen zur Emissionsbegrenzung einzuleiten."
Vor mehr als zehn Jahren hatten sich die Umweltämter von Deutschland, der Schweiz und Österreich zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Datenbank zu den einzelnen Emissionsfaktoren zu erstellen. Nun erhielt das HBEFA eine umfassende Überarbeitung. Dabei wurden zum einen die Emissionsfaktoren aktualisiert, um neue Motorenkonzepte und Emissionsstandards zu berücksichtigen. Zum anderen sind jetzt die Verkehrssituationen, für die die Emissionsfaktoren veröffentlicht werden, systematischer strukturiert. Durch die Teilnahme von Schweden, Norwegen und Frankreich an dem HBEFA-Konsortium entwickelt sich das Handbuch zu einem wahrhaft europäischen Standardwerk für Emissionsfaktoren. (ampnet/Sm)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 23.03.2010
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