Wenn Koffer und Fahrrad zum Geschoss werden
An den Sommerwochenenden und in den Ferien sieht man sie wieder: bis zur Decke – und im wahrsten Sinn darüber hinaus – voll beladene Autos. Auf Dachgepäckträgern transportiert die Republik dann ihre Habe, bestehend aus Koffern, Taschen und Fahrrädern. Oft ist die Befestigung der Träger und Lasten jedoch nur unzureichend und das Unfallrisiko entsprechend groß. Wird durch verlorene Gepäckteile ein Unfall verursacht, kommt zwar die Kfz-Haftpflichtversicherung für die Schäden Dritter auf. Dies führt jedoch zu einer Rückstufung beim Schadensfreiheitsrabatt. Bei Schäden am eigenen Auto zahlt die Vollkaskoversicherung hingegen nicht.
Die HUK-Coburg empfiehlt daher zum Reisebeginn, alle unnötigen Risiken zu vermeiden. Um Schäden auszuschließen, rät Deutschlands zweitgrößter Autoversicherer, auf Reisen die Dachlasten mehrfach zu kontrollieren. Wer Gepäck ungesichert transportiert, kann von der Polizei mit einem Bußgeld von 35 Euro und mit Punkten in Flensburg bestraft werden. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer stehen 50 Euro Bußgeld und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei an. Und kommt es durch verlorenes Gepäck zu einem Unfall, wird dies unter Umständen sogar als Straftat verfolgt.
Ein sicherer Transport bedeutet freie Sicht und freie Blinker, Kennzeichen, Rückleuchten und Scheinwerfer. Weder vorne noch seitlich darf die Dachlast größer als der Wagen sein. Nach hinten dürfen Lasten 1,5 Meter über das Auto hinausragen, wenn sie mit einem roten Schild bzw. einem roten Rücklicht versehen sind. Allerdings sollten auf einem Dachträger möglichst leichte Sachen verstaut werden, damit der Schwerpunkt des Wagens nicht zu weit nach oben wandert. Schweres Dachgepäck hat deutliche Auswirkungen auf die Straßenlage des Fahrzeugs: Mit einer größeren Seitenneigung in Kurven und einer erkennbar erhöhten Seitenwindempfindlichkeit lässt es sich schwerer unter Kontrolle halten. Auswirkungen bei einer Vollbremsung sind nicht nur ein längerer Bremsweg wegen der hohen Zuladung. Gepäckstücke können zudem verrutschen oder sich gar „geschossartig“ vom Dachträger lösen. Eine mehrfache Absicherung durch Spanngurte ist daher dringend angeraten, so die HUK-Coburg weiter. Auf höhere Geschwindigkeiten sollte grundsätzlich verzichtet werden.
Leser dieser News interessierten sich auch für folgende Themen:
- Scheibenwischer-Test des NDR: Günstig schlägt teuer
- Auf in die Karibik: Miss Tuning startet zur Kalenderproduktion
- Shell belohnt 100.000 Autofahrer
- Sitzheizung bringt Spermien um
- Umfrage: Geldvorteile für Autofahrer nicht so wichtig


