Wiedeking mit neuem Kurs: Niedersachsen soll Mitspracherecht behalten
Niedersachsens Ministerprsident Christian Wulff (CDU) und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (rechts) Foto. Bild: UnitedPictures
Wiedeking will die Sonderrechte Niedersachsens in der Satzung des neuen VW-Porsche-Konzerns festschreiben. Damit bliebe das Land ein entscheidender Machtfaktor, auch dann, wenn das VW-Gesetz eines Tages fallen sollte. Dieses Konzept ist das Gegenteil dessen, was Wiedeking mit der ursprünglich beabsichtigten VW-Übernahme erreichen wollte. Auch in einem weiteren Punkt kommt das Wiedeking-Konzept den Norddeutschen entgegen, denn Sitz der neuen Konzernführung soll nicht Stuttgart sein. Stattdessen sind Wolfsburg oder Hannover im Gespräch.
Darüber hinaus ist Wiedeking bereit, die Sonderrechte der VW-Beschäftigten auf den geplanten Gesamtkonzern Porsche-Volkswagen zu übertragen. Die Arbeitnehmervertreter könnten dann bei allen wichtigen Entscheidungen mitsprechen, zum Beispiel beim Bau neuer Fabriken oder der Verlagerung von alten.
Die größten Anteilseigner von Porsche-Volkswagen sollen die Familien Porsche und Piëch werden. Nach Informationen von "Spiegel online" sieht der Wiedeking-Plan vor, dass sie - je nach Bewertung - 45 bis 55 Prozent der Aktien halten könnten. Für die Familien würde dies einen Vermögenszuwachs von rund fünf Prozent bedeuten.
Wiedekings Konzept wurde von der Deutschen Bank und Goldman Sachs erarbeitet. Offen ist allerdings noch, ob das Konzept umgesetzt wird. So soll Wulff nicht bereit sein, Risiken von Porsche in einen gemeinsamen Konzern mit VW zu übernehmen. Der Ministerpräsident sieht in den Milliarden-Aktienoptionen, die Porsche zur ursprünglich geplanten VW-Übernahme erworben hat, ein unkalkulierbares Risiko. (ar/Sm)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 09.05.2009
Niedersachsens Ministerprsident Christian Wulff, (CDU), VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh, Porsche-Chef Wedelin Wiedeking (von links) Foto. Bild: UnitedPictures
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