Wildunfälle: Der Gegenverkehr ist das größere Risiko
Ausweichtests des Automobilclubs mit ESP zeigten, dass das elektronische Stabilitätsprogramm zwar das Schleudern verhindert, natürlich aber nicht die Kollision mit dem Gegenverkehr. Beim gleichen Ausweichversuch ohne Stabilitätsprogramm zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier ist das Verletzungsrisiko sehr groß. Das schleudernde Fahrzeug trifft auf der Fahrerseite auf das entgegenkommende Auto. Weil beim seitlichen Aufprall wenig Deformationszone vorhanden ist, ist das Verletzungsrisiko hier sogar besonders hoch.
Um andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst nicht zu gefährden, sollten unkontrollierte Ausweichmanöver, gerade dort, wo nicht genügend Platz zur Verfügung steht, unbedingt vermieden werden, rät der ADAC. Stattdessen sollte bei plötzlich auftauchendem Wild so stark wie möglich gebremst werden, das Lenkrad ganz fest gehalten und die Spur gehalten werden. Ein Zusammenprall mit dem Wild muss im schlimmsten Fall in Kauf genommen werden.
Im Jahr 2008 kam es laut Statistischem Bundesamt zu 2 614 Wildunfällen mit Personenschäden, 27 Personen wurden getötet. Die Dunkelziffer liegt laut Expertenschätzungen aber weitaus höher.
Das Risiko eines Wildunfalls kann man durch vorausschauendes Fahren minimieren. Die Geschwindigkeit sollte bei Wildwechselgefahr reduziert werden, die Bremsbereitschaft muss erhöht werden, empfiehlt der Automobilclub. Weiterhin ist es wichtig, einen ausreichenden Abstand zum rechten Fahrbahnrand einzuhalten. Durch Abblenden der Scheinwerfer wird dem Tier die Möglichkeit zur Flucht gegeben, denn eine starke Lichtquelle irritiert das Wild. (ampnet/jri)
Peter Schwerdtmann Letzte Änderung: 21.04.2010
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