Winterkorn: Das Werk Brüssel hat eine Zukunft

Die Produktion des künftigen Audi-Einstiegsmodells A1 könnte im Volkswagen-Werk Brüssel 3000 der derzeit 5400 Arbeitsplätze mittelfristig sichern. Das ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs zwischen VW-Aufsichtsratschef Chef Ferdinand Piech, dem designierten VW-Chef Martin Winterkorn sowie dem belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt und dem Arbeitsminister Peter Vanvelthoven.

Winterkorn: "Wir sind heute im Interesse der Mitarbeiter im Werk Brüssel einen wichtigen Schritt vorangekommen. Beide Seiten sind sich darin einig, dass dieser Standort eine Zukunft hat." Volkswagen hatte vor knapp zwei Wochen angekündigt, den Golf künftig nicht mehr in Brüssel zu bauen. Neue Pläne sehen vor, den Golf künftig nicht mehr in drei, sondern nur noch in den zwei Werken Mosel und Wolfsburg zu produzieren. Die Gewerkschaft in Belgien befürchtet, dass bis zu 3000 Stellen in Brüssel wegfallen könnten und hat für das Wochenende unabhängig von Ausgang der Verhandlungen heute Demonstrationen angekündigt.

Winterkorn erläuterte den Regierungsvertretern die Möglichkeit, im Werk Brüssel vom Jahr 2009 an ein neues Modell von Audi zu produzieren. "Es handelt sich dabei um ein Einstiegsmodell mit dem Namen A1. Es könnte, sofern es sich an dem Standort Brüssel wirtschaftlich darstellen lässt, in einem Volumen von weit mehr als 100 000 Fahrzeugen pro Jahr gefertigt werden." Dies würde die Beschäftigung von bis zu 3000 Menschen an dem Standort ermöglichen. Ein Teil davon würde nicht direkt bei Volkswagen, sondern bei anderen Gesellschaften angestellt werden.

Weitere Voraussetzung sei, dass gemeinsam mit der belgischen Regierung und den Arbeitnehmervertretern eine Überbrückungslösung für die betroffenen Mitarbeiter bis zum möglichen Produktionsbeginn gefunden werde. "Wir werden in den kommenden Wochen mit allen Beteiligten darüber intensiv verhandeln. Ich bin zuversichtlich, dass wir Wege finden werden", sagte Winterkorn. Er stellte außerdem in Aussicht, dass im Falle einer Umsetzung des Audi A1-Projektes von 2008 an Investitionen in den Standort Brüssel fließen würden. (ar/sb) Letzte Änderung: 01.12.2006









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