Wissmann fordert Ende der "ideologischen Grabenkämpfe"

Die deutsche Automobilindustrie will die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) im September in Frankfurt nutzen, um bei der Klimaschutzdebatte in die Offensive zu gehen. Ein Feuerwerk an Ideen soll zeigen, wie die Kraftstoffeffizienz gesteigert und die CO2-Emission verringert werden kann, kündigte jetzt Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in einer Rede auf dem Automobil-Forum in Stuttgart an.

"Die Zeit der ideologischen Grabenkämpfe sollte ein für allemal vorbei sein. Wir erreichen die anspruchsvollen ökologischen Ziele ja nicht durch Verzichtsappelle an die Bürger, sondern nur durch intelligente Technologien", so der VDA-Präsident. Die deutsche Automobilindustrie habe keinerlei Grund, sich in der Klimaschutzdebatte zu verstecken. Wissmann: "Ganz im Gegenteil. Wir haben mehr erreicht als unsere Wettbewerber." Heute verbrauche ein Neuwagen durchschnittlich zwei Liter Kraftstoff pro 100 km weniger als ein zwei Generationen älteres Modell. Fast jeder zweite in Deutschland verkaufte neue Pkw verbrauche bereits weniger als 6,5 l/100 km. "Das sind fünfmal mehr Fahrzeuge als vor zehn Jahren. Derzeit haben wir über 330 Modelle im Angebot, die unter 6,5 l/100 km liegen, davon gut 50 Modelle unter 5 l/100 km."

Wissmann hob hervor, dass die deutschen Hersteller bei der Steigerung der Kraftstoffeffizienz besonders in der oberen Mittelklasse und Oberklasse eindrucksvoll seien. In diesen Segmenten haben die deutschen Hersteller den Verbrauch um 21 Prozent senken können, während im Durchschnitt aller verkauften neuen Pkw eine Verringerung um 15 Prozent erreicht wurde. Wissmann: "Das heißt nicht, dass wir nicht noch besser werden können."

Wissmann hob die große Bedeutung der Zulieferindustrie bei der CO2-Minderung hervor. In einer gemeinsamen Initiative habe der VDA jetzt Hersteller und Zulieferer zusammengebracht, um die technischen Möglichkeiten der CO2-Einsparung in den verschiedenen Fahrzeugkomponenten zu untersuchen. Die ersten konkreten Projekte seien bereits benannt. Dabei geht es zunächst um die Standardisierung von Komponenten wie z. B. Start-Stopp-Systeme oder Mild- und Voll-Hybride.

Wissmann forderte von der Politik klare Rahmenbedingungen. Es sei alles andere als hilfreich, wenn im Wochen-Rhythmus neue Vorschläge auf den politischen Meinungsmarkt geworfen werden, wie man das Autofahren weiter verteuern könnte. "Die Menschen brauchen Planbarkeit und Berechenbarkeit. Nur dann könne sich die Automobilnachfrage im Inland wieder stabilisieren." Wissmann forderte erneut eine rasche Umsetzung der CO2-basierten Kfz-Steuer, die nicht nur Neufahrzeuge, sondern den gesamten Pkw-Bestand umfassen sollte. (ar/Sm) Letzte Änderung: 19.06.2007









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