Wissmann: Keiner von uns will einen Subventionswettlauf

"Keiner von uns will einen Subventionswettlauf", stellte Matthias Wissman, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) anlässlich der Verleihung des Goldenen Lenkrads der "Bild am Sonntag" heute (5. November 2008) in Berlin klar. "Aber worum wir gebeten haben, sind klare Rahmenbedingungen." Darauf warte die Industrie nun schon seit zwei Jahren.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bedauerte in diesem Zusammenhang, dass dies mit der Neuregelung der Kraftfahrzeugsteuer nicht so rasch wie gewünscht funktionieren werde, weil mit den Ländern die Übertragung dieser Steuer auf den Bund verhandelt werden müsse. Auch deswegen habe man heute im Kabinett beschlossen, die Kfz-Steuer bei Neuzulassungen für ein Jahr auszusetzen. Glos sieht das heute von der Bundesregierung beschlossene Programm als ein Zeichen an die Verbraucher und an die Industrie.

Die Runde der Chefs von Audi, Bosch, BMW, Daimler, Mercedes-Benz und Volkswagen war einhellig der Meinung, dass die Banken sich schleunigst auf ihre Hauptaufgabe der Refinanzierung der Industrie besinnen müssen. Die Sorge, dass sonst besonders die Zulieferer und der Handel in die Krise geraten, teilten alle. Porsche-Chef Wendolin Wiedeking: "Ein Lieferant, den es nicht mehr gibt, kostet uns am Ende des Tages ein Vielfaches." Glos wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es für die Unterstützung des Mittelstandes ein 15-Milliarden-Euro-Programm bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt.

Wiedeking forderte, die Regeln der Kreditvergabe nach Basel II auszusetzen. Basel II regelt, dass Unternehmen, die in Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Geschäfts geraten, Geld nur noch gegen höhere Zinsen erhalten. Auch Bosch-Chef Fehrenbach unterstrich: "Bei der Solvenz der Zulieferer sehe ich das größte Risiko."

Die Runde war sich einig, dass die deutsche Automobilindustrie aufgrund ihrer technologischen Fähigkeiten und ihrer Innovationkraft gute Chance habe. VW-Chef Winterkorn: "Ich bin zutiefst überzeugt, dass wir aus dieser Krise als Sieger hervorgehen." Die Runde war sich ebenso einig darin, dass die aktuelle Forderung der IG Metall nach acht Prozent Einkommensverbesserung "ganz und gar nicht in die Zeit passt". (ar/Sm) Letzte Änderung: 05.11.2008









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