Wissmann: Wir wollen 20 Prozent Biosprit beimischen

In Genf wird der Spagat zwischen Klimaschutz und Leistung, den besonders die deutsche Automobilindustrie schaffen muss, immer deutlicher. So konnte Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) vor dem Hintergrund von vielen Neuerscheinungen mit großen Motoren bei seiner Pressekonferenz im Rahmen des Genfer Automobilsalons berichten, die deutschen Hersteller hätten bei den besonders verbrauchsgünstigen Fahrzeugen erheblich zulegen können.




Um 57 Prozent wuchs die Zahl der in Deutschland verkauften deutschen Fahrzeuge mit weniger als 5 Liter Durchschnittsverbrauch und weniger als 130 Gramm pro Kilometer Ausstoß an Kohlendioxid. Wissmann ließ nicht unerwähnt, dass der Absatz dieser Fahrzeuge bei den Importeuren im gleich Zeitraum um vier Prozent abnahm.

Die deutsche Automobilindustrie - so Wissmann - hat im vergangnen Jahr den Ausstoß von Kohlendioxid bei ihren Fahrzeugen insgesamt um zwei Prozent senken können. Den Importeuren konstatierte der VDA-Präsident nur einen Rückgang um 1,3 Prozent, den Japanern sogar nur um 0,6 Prozent.

Der deutsche Flottenverbrauch liegt immer noch bei 172 g/km CO2. "Wir wollen die 120 Gramm erreichen", stellt Wissmann fest und ergänzt: "Aber wir sehen nicht ein, dass die dafür die Techniken vorgeschrieben werden." Wissmann will seinen Verband aber nicht als Verhinderer eingeschätzt sehen, wenn er feststellt: "Wir sagen zu den Vorschlägen der Kommission nicht nur nein, sondern wir machen eigene konstruktive Vorschläge."

"Wir sehen nicht ein, dass dafür Techniken vorgeschrieben werden", rügt Wissmann die Brüsseler Bürokratie und lobt gleichzeitig die EU-Parlamentarier: "Die hören besser zu als Herr Dimas." Nach einem Auftritt gestern vor dem Klimaschutzausschuss des Europäischen Parlaments sieht er bessere Chancen, Gehör für die Vorschläge seines Verbands zu finden. "Es gibt Dutzende von Maßnahmen jenseits von Motor und Antriebsstrang, um CO2 zu reduzieren." Aber man müsse der Industrie den Raum geben sie umzusetzen und den Erfolg honorieren.

Bei den "Öko-Innovationen", die Wissmann den Parlamentariern vorgestellt hat, spielten Biokraftstoffe offenbar eine große Rolle. Die Diskussion auf Biodiesel und den E10-Kraftstoff mit zehn Prozent Alkoholbeimischung zu beschränken, hält Wissmann für zu kurz gesprungen. Die Automobilindustrie wolle 20 Prozent Biokraftstoff erreichen, allerdings nicht den heutigen Biodiesel und E10, sondern mit den Biokraftstoffe der zweiten Generation, die aus Reststoffen der Landwirtschaft entstehen und nicht im Konflikt mit der Nahrungsmittelproduktion stehen. (ar/Sm) Letzte Änderung: 04.03.2008









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