Wissmann: Wir wollen noch besser werden
Um den Eindruck eines Einknickens gegenüber den Umweltinitiativen zu vermeiden, schob der VDA-Präsident die Aussage nach, man sei nicht auf die Linie der Umweltverbände eingeschwenkt, sondern verfolge einen eigenen Kurs. So habe die Automobilindustrie jetzt gegenüber der Bundesrepublik die Bereitschaft erklärt, die Beimischungsquote von biogenen Kraftstoffen von zur Zeit fünf Prozent auf zehn Prozent zu erhöhen.
Mit Biokraftstoffen der zweiten Generation können diese Quote bis 2020 auf 20 Prozent erhöht werden. Wissmann: "Wir sind aber nicht nur daran interessiert, dass die Motoren diese Kraftstoffe vertragen, sondern dass wir nicht in eine ökologische Fall laufen." Damit hob der VDA-Präsident zum Beispiel auf den Konflikt zwischen Ernährung und Kraftstofferzeugung ab, wie er bei Biokraftstoffen der ersten Generation entstehen kann.
Wissmann konnte außerdem eine richtungweisende Entscheidung der deutschen Automobilindustrie verkünden. Die Hersteller haben als weltweit erste Industrie beschlossen, in Zukunft das natürliche und umweltfreundliche Kühlmittel R744 zu verwenden. Die deutschen Hersteller sind damit bei Klimaanlagen Pioniere, denn dieses Kältemittel ist entschieden weniger Klima beeinflussend und liegt in dieser Eigenschaft noch rund einen Faktor 100 unter dem zukünftigen Grenzwert der EU.
Erneut sprach sich Wissmann für die Einführung einer CO2-Besteuerung aus und für eine Kennzeichnung der Verbrauchsklassen, die das Fahrzeugsegment berücksichtigt. "Momentan emittiert der Kleinwagen mit den höchsten CO2-Werten genauso viel wie das C02-sparsamste Fahrzeug der Oberklasse." Das gleiche Etikett für beide Fahrzeuge sei deswegen genau so unsinnig wie die gleiche Behandlung bei der Regulierung der Schadstoffgrenzwerte.
Sichtlich zufrieden stellte Wissmann fest, dass sich der EU-Kommissar Stavros Dimas nun zum ersten Mal positive zu einer Einteilung der Fahrzeuge in Segmente geäußert habe. "Wir freuen uns, wenn der Umweltkommissar jetzt für diese Überlegungen offen ist." Offenbar sehen das aber nicht alle Mitgliedsländer in der EU gleich. Der VDA bemühe sich, "bei unseren Freunden in Italien und Frankreich" mehr Offenheit für den segmentspezifischen Ansatz zu finden.
Die 62. IAA beginnt morgen mit zwei Presstagen, an die sich zwei Fachbesuchertage anschließen. Für das Publikum ist die Messe vom Sonnabend, 15. September 2007, bis Sonntag, 23. September 2007, geöffnet. 1081 Aussteller kann der VDA melden, 40 mehr als bei der Messe vor zwei Jahren. Der Verband legt Wert auf die Feststellung, dass mit rund 525 Zulieferern etwa 14 Prozent mehr in Frankfurt vertreten sind. (ar/Sm) Letzte Änderung: 10.09.2007
VDA-Vorabpressekonfernz. Foto: UnitedPictures/Manfred Zimmermann
Die IAA 2007 öffnet Morgen ihre Pforten für die Presse. Foto: Auto-Reporter/Manfred Zimmermann
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