ZDK: Automobilwirtschaft muss sich den Marktgegebenheiten anpassen

Der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Robert Rademacher, fordert die Automobilwirtschaft zur Anpassung ihrer Produktions- und Vertriebskapazitäten an die Marktlage auf. Die große Zahl der Direktgeschäfte und das - so wörtlich - "Verramschen auch von Premiummodellen" stellten nicht akzeptable Verwerfungen des Automarktes dar, sagte er.

Der ZDK geht von einem Neuwagenmarkt in Größenordnung von 3,15 bis 3,2 Millionen Einheiten in diesem Jahr aus. Neben den strukturellen Veränderungen müssten Handel und Service auch die sich ändernden Kundenwünsche und ein bereits verändertes Kundenverhalten stärker als bisher realisieren, betonte Rademacher. Die steigenden Kostenbelastungen der privaten Haushalte führten dazu, dass auch im Autojahr 2008 der Anteil privater Neuwagenkäufer unter 40 Prozent liegen werde. Die Konsumschwäche sei keine Verweigerungshaltung zur individuellen Mobilität. Die Faszination Automobil bestehe unverändert.

Das Auto habe allerdings in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren Konkurrenz bekommen. Hier schöpfe die moderne mobile Kommunikation zunehmend Kaufkraft ab. Einer vom Kfz-Gewerbe in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge verfügten bereits 36 Prozent dieser Altersklasse nicht mehr über ein eigenes Auto. Der Vergleichswert aus dem Jahr 2006 habe bei 24 Prozent gelegen.

Das Kfz-Gewerbe kündigte für die Sommerpause einen runden Tisch für eine Transporter-Offensive an. Dabei soll gemeinsam mit der Wirtschaft, mit Umwelt- und Autoverbänden sowie Herstellern und Politik nach Lösungen gesucht werden, um Fahrverbote für Handwerksbetriebe in Umweltzonen, wie beispielsweise ab 2009 in Berlin, zu vermeiden. Die Bundesregierung sei gefordert, über entsprechende Förderungen und erleichternde Abschreibungen zu entscheiden. (ar/jri) Letzte Änderung: 05.06.2008









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