Zetsche kündigt "drastische Produktionsrückführung" an
DaimlerChrysler hatte am Freitag wegen massiver Absatzprobleme seiner US-Tochter Chrysler die Gewinnprognose nach unten korrigiert. Weil Chrysler einen Verlust von mindestens einer Milliarde Euro machen wird, geht der Konzern von einem operativen Gewinn von fünf Milliarden Euro aus nach zunächst sechs Milliarden, wie DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche vorausgesagt hatte.
Das Unternehmen begründete den Schritt mit dem schwierigen Umfeld im Hauptabsatzmarkt USA, hohen Kosten für die Gesundheitsversorgung der Beschäftigten, viel zu hohen Beständen bei den Händlern und nicht zuletzt dem mangelnden Angebot an verbrauchsarmen Fahrzeugen. Wegen der steigenden Spritpreise in den USA verlangten die Kunden zunehmend sparsame Autos, die Chrysler derzeit nicht bieten könne.
Jetzt will Chrysler - wie die Konkurrenten Ford und General Motors - mit Kostensenkungen und Maßnahmen zur Absatzsteigerung reagieren. "Acht neue Modelle, die in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen, tragen aber bereits den veränderten Kundenwünschen Rechnung", zitiert die Sonntagszeitung aus Zetsches Brief. "Mit kontinuierlichen Fortschritten bei Flexibilität und Qualität und der umfassenden Produktoffensive werden wir die Chrysler Group wieder auf den richtigen Weg zurückbringen." Kritik übte er an der Rabattschlacht: "Der Trend geht zu kleineren, verbrauchsarmen Pkw." Chrysler mit seinem hohen Anteil an Light Trucks, vor allem Geländewagen und Pickups sei von dieser Entwicklung besonders stark betroffen. "Parallel dazu haben wichtige Wettbewerber die Preisnachlässe nochmals deutlich erhöht." Über die Gesundheitskosten wolle der Konzern mit den Gewerkschaften verhandeln. (ar/sb) Letzte Änderung: 17.09.2006
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