Zulieferer Schefenacker scheint gerettet

Der finanzielle angeschlagene Automobilzulieferer Schefenacker hat eine drohende Insolvenz abgewendet. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, habe sich Schefenacker mit seinen Hauptkreditgebern sowie dem Gesellschafter auf einen Plan zur Restrukturierung seiner Finanzverbindlichkeiten verständigt. Die Finanzierungslösung beinhaltet eine Neustrukturierung der Verbindlichkeiten der Schefenacker Gruppe, die sich derzeit auf etwa 450 Millionen Euro belaufe.

Damit enden monatelange Verhandlungen über die Zukunft des Unternehmens, das weltweit Marktführer in der Produktion von Fahrzeugspiegeln ist. Zu den wichtigsten Kunden gehören Volkswagen und DaimlerChrysler. Die Zukunft der weltweit 7900 Mitarbeiter, davon rund 1700 In Deutschland, scheint gesichert. Die Verbindlichkeiten sollen ersetzt werden durch eine vorrangige Kreditlinie in Höhe von 25 Millionen Euro, eine befristete und ebenfalls vorrangige Kreditvereinbarung über 170 Millionen Euro sowie eine nachrangige Finanzierung in Höhe von 110 Millionen Euro.

Die Parteien der Restrukturierungsvereinbarung kamen auch darin überein, den Fokus der Geschäftstätigkeit auf die Kernkompetenz Autospiegel zu richten. Die in Deutschland angesiedelte Leuchtensparte soll ausgegliedert und möglicherweise verkauft werden. Unabhängig davon soll das Leuchtengeschäft in den USA stufenweise eingestellt werden ohne dabei die Belieferung der Kunden zu beeinträchtigen. 2006 trug die Leuchtensparte insgesamt rund 22 Prozent zum Gruppenumsatz bei.

Mit Blick auf einen möglichen Verkauf der Leuchtensparte soll das verhältnismäßige kleine Restgeschäft der Spiegelproduktion in Deutschland als Teil des Geschäftsbereichs Europa mit Zentrale in Portchester (GB) weitergeführt werden. Die Holding-Gesellschaft der gesamten Schefenacker Gruppe ist die ebenfalls in England ansässige Schefenacker Plc.

Im Zuge der finanziellen Restrukturierung werde sich dem Unternehmen zufolge der jährliche Cash-Aufwand für die Bedienung der Zinslasten mehr als halbieren. Darüber hinaus fließen dem Unternehmen rund 55 Millionen Euro neue liquide Mittel zu. Nach der Restrukturierung werden die Anteile an der Holding-Gesellschaft von den Hauptkreditgebern und Dr. Alfred Schefenacker gehalten vorbehaltlich der Beteiligung der Anleihegläubiger in Höhe von fünf Prozent, wenn diese dem Plan zustimmen. Der vom Vorstand und vom Aufsichtsrat der Schefenacker AG einstimmig angenommene Restrukturierungsplan finde auch die Zustimmung der Gläubiger sowie der wichtigsten Kunden, hieß es. Diese hatten sich für eine Fortführung der Produktion eingesetzt. (ar/sb) Letzte Änderung: 09.02.2007









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