Nissan hat mit dem 350Z einen großen Wurf gelandet. Viel Leistung, starke Optik, gute Bremsen und ein günstiger Einstiegspreis haben das Fernost-Coupé schnell als Geheim-Tipp unter den Sportwagenfans etabliert. Wenn sich jedoch Nowack aus Kamp-Lintfort des Z annimmt, erklimmt der 350er ungeahnte, fahrdynamische Höhen. Tuneyourmobile durfte dem schwarzen Blickfang beim Test auf den Zahn fühlen, um unter allen Bedingungen - auf wie neben der Rennstrecke - zu prüfen, was wirklich in ihm steckt. Um es vorweg zu nehmen: im 350 Z von Nowack steckt viel Sportsgeist und damit eine gehörige Portion Fahrspaß.
Dafür hat das Team um Oliver Nowack dem Z in gewohnter wie erfolgreicher Form leistungsmäßig auf die Sprünge geholfen: mit Akribie und Professionalität. Denn während andere "Tuner" in Ermangelung von Leistungsprüfstand und Know-How ihren Z-Entwürfen noch Phantasie-Leistungen attestieren - die Essen Motor Show lässt schön grüßen - folgen bei Nowack den Versprechungen handfeste Taten. So werden beim Evo II-Kit 70 Mehr-PS angegeben, die bei einer erhöhten Drehzahl von 7100 Umdrehungen pro Minute anliegen. Endlich deckt sich die Namensgebung des Werkes mit der PS-Zahl unter der Haube: 350 Z!
Um eine Mehrleistung von immerhin 25 % zum Ausgangswert von 280 PS zu generieren, sind jedoch zahlreiche Umbaumaßnahmen am und im Motor notwendig. So werden zunächst die Zylinderköpfe demontiert und einer eingehenden Behandlung unterzogen. Auf der hauseigenen Fliessbank werden dabei die Ein- und Auslasskanäle als auch die Ventile strömungsoptimiert. Geringerer Widerstand der einströmenden Gase und die durch die Sportnockenwellen verbesserte Zylinderfüllung tragen den Löwenanteil der Mehrleistung bei. Neben der Modifikation der Ventile und deren Sitze wird außerdem die Verdichtung erhöht als auch die Ansaugseite des Aggregates mit einem neuen Sport-Luftfilter entsprechend dem höheren Gasdurchsatz modifiziert. Doch das Tuning beschränkt sich nicht nur auf die "kalte" Seite. Denn wer viel einatmet, muss auch ohne quälenden Gegendruck ausatmen können. Aus diesem Grunde erfährt der gesamte Abgastrakt mit Fächerkrümmer und Änderungen vor dem Mittelschalldämpfer weitere leistungsförderliche Modifikationen. In Summe ergibt das dann das Plus von 70 PS Leistung und 40 Nm zusätzlichem Drehmoment. Besonders das Drehmoment wird speziell im mittleren Drehzahlbereich subjektiv deutlich üppiger empfunden, als es die schiere Zahl vermuten lässt.
Am Klang des Nowack-Z kann dies jedoch nur begrenzt liegen. Er gaukelt dem Fahrer nicht durch proletenhaftes Getöse am Heck ein paar Zusatz-PS vor, sondern teilt seine Potenz erfreulich dezent mit. Das mag insbesondere bei einem leistungsgesteigerten Fahrzeug als widersprüchlich erscheinen, allerdings überzeugt die Akustik besonders im Alltag mit beinahe vornehmer Zurückhaltung. Erst bei voller Leistungsabfrage meldet sich der V6 nachdrücklich und wegen seiner Drehfreude mit dem Klang eines waschechten Sportmotors zu Wort. Und so ertappt man sich spätestens nach ein paar Tagen dabei, bei der Wahl der Route vorzugsweise überdachte Verkehrswege zu nutzen und Gangwechsel mit Zwischengas vorzunehmen.
Der Evo II ist aber nicht nur ein Fest für Popometer und Ohr, er vermag auch dank seiner Optik, die mit dem gleichen Anspruch an die Perfektion des Gesamtobjektes vorgenommen wurde, zu überzeugen. Der in Bezug auf seine Passform glänzend verarbeitete Bodykit senkt die Seitenlinie weiter ab, die Schweller sind in einer Linie mit Front- und Heckschürze verbunden. Letztere bietet den Endrohren mehr "Fleisch", um das Heck nicht mit den voluminösen Endrohren optisch zu überfrachten. In der Front wurde dazu noch darauf geachtet, den Fahrtwind im Sinne einer besseren Bremsenkühlungen in zwei Öffnungen zu kanalisieren. Im Alltag wird diese thermische Reserve niemand in Anspruch nehmen müssen, denn das Revier, in dem sich diese Bremse wohlfühlt, ist eindeutig die Rennstrecke. Die rundum 360 Millimeter großen Bremsscheiben werden vorn von acht, hinten von sechs Kolben in die Zange genommen und übertreffen die serienmäßig bereits sehr ordentliche Brembo-Anlage hinsichtlich Dosierbarkeit und Standfestigkeit um (Fahrzeug-)-Längen.
Fazit: Nowack auto + sport ist es erfolgreich gelungen, einen ernst zu nehmenden Carrera-Schreck auf die Beine zu stellen. Ein besonderes Lob für ein getuntes Fahrzeug, zumal es der Nissan den Käufern aufgrund des niedrigen Einstandspreises mit der Wahl nun wirklich nicht schwer macht. Wer sich zudem an gekonntem Motorenbau erfreuen kann, erhält mit dem Nowack 350 Z Evo II einen Sportwagen an die Hand, der sich auf und neben der Rennstrecke vor niemandem verstecken muss.
Quelle: P.Tonne Carportal.tv