Skoda Fabia RS Testbericht

„Platz ist in der kleinsten Hütte!“. Die umgangssprachliche Beschreibung dafür, dass es keines großartigen Ambientes bedarf, um richtig Spaß zu haben. Der Škoda Fabia RS ist so eine Unterkunft. Und das ist ganz bestimmt nicht despektierlich gemeint.

Facelifting, Fettabsaugen, Sauerstoffzelt - die Stichworte der Neuzeit für jene, die partout nicht altern wollen. Die Behandlungsmethoden nehmen immer groteskere Formen an, die Boulevard-Presse liefert allwöchentlich Nachschub. Wer hingegen mit dem Verzicht auf chirurgische Eingriffe die biologische Uhr um ein, gern auch zwei Jahrzehnte zurückdrehen möchte, hat jedoch auch eine andere Alternative. Dann sollte er sich schleunigst zum Škoda-Vertragshändler seines Vertrauens begeben, in dessen Verkaufsraum ein echter Quell der Freude steht. Sein Name: Fabia RS. Ein Kompaktsportler, wie er im Buche steht. Dank der Nähe zum Wolfsburger Mutterkonzern äußerst solide in der Verarbeitung, gesegnet mit einem recht guten Preis-/Leistungsverhältnis und - am wichtigsten - mit einem passenden Aggregat unterm Blech.

Dezent am Heck platziert Škoda das Kürzel RS, das auch bei anderen Herstellern als Synonym für Rennsport & Co. steht. Doch im Gegensatz zur Konkurrenz wird hier nicht nur auf der Piste, sondern unerwarteter Weise unter der Motorhaube genagelt. Ein 130 PS starker Dieselmotor sorgt für überraschend flotten Vortrieb - und für Lachfalten beim Fahrer. Beinahe pubertäre Verhaltensmuster spülen sich aus den Tiefen des Unterbewusstseins an die Oberfläche, man fühlt sich im RS wie Zwanzig. Warum? Ganz einfach: weil Lücken im Stadtverkehr fortan dazu genutzt werden, munter in sie hineinzuspringen, selbst wenn sie nur marginal größer als der vier Meter lange Fronttriebler sind. Und die Grossen auf der Autobahn geärgert werden können, während sich die Tachonadel anschickt, den gesamten Anzeigebereich der Tachoskala bis 240 km/h zu nutzen. Und den Tankwart gequält werden kann, indem man sich täglich bei ihm ein Eis, aber keinen Kraftstoff kauft. Herrlich! Doch betrachten wir den Sympathieträger einmal aus der Nähe. Da fallen zuerst die muskulöseren Stossfänger an Front und Heck auf, wovon der vordere sogar über angedeutete Entlüftungsschlitze verfügt - die Rallye-Gene lassen grüßen. Am Heck lugt zudem ein sportliches Auspuff-Endstück hervor, das toll aussieht, aber leider nur auf den ersten Kilometern blitzsauber glänzt. Der Auftritt wird durch die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und die moderate Tieferlegung abgerundet. Im Innenraum wird die Nähe zum Motorsport weiter durch die stark konturierten Sitze, das Lederlenkrad, die im Alu-Look gehaltenen Instrumentenskalen sowie die Pedale aus Edelstahl unterstrichen. Das sind in Summe zwar kleine, allerdings nicht minder feine Attribute, die die Freude am Fabia RS täglich aufs Neue erfrischen.

Erfrischung pur ist jedoch der 1.9 l-Turbodieselmotor, der - wie im Übrigen auch kein Geringerer als der aktuelle Porsche Turbo - mit variabler Turbolader-Geometrie (VTG) und Hochdruck-Direkteinspritzung aufwartet. Im Maximum stellt das Aggregat dann bärige 310 Newtonmeter zur Verfügung, die bereits bei niedrigen 1900 Kurbelwellenumdrehungen anliegen. In der Fahrpraxis bedeutet das fortwährend über Leistung satt verfügen zu können, dafür muss lediglich das rechte Fußgelenk gen Bodenblech kippen. Im geschickten Zusammenspiel mit der Kupplung kann dank des passend auf die Motorcharakteristik abgestimmten Sechsgang-Getriebes der quirlige Tscheche in nur 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt werden. Subjektiv geht es wegen der ausgeprägten Leistungscharakteristik sogar deutlich zügiger. So wird auch die vom Werk angegebene Höchstgeschwindigkeit von 206 km/h vom Fabia RS sehr locker erreicht und darüber hinaus von einer sehr angenehmen Eigenschaft begleitet: der RS ist auch bei hohen Geschwindigkeiten im Inneren, gemessen an der Konkurrenz in seiner Fahrzeugklasse, akustisch ein absoluter Leisetreter. Und das, obwohl der Tacho des RS häufig weit über 220 km/h ausweist - während man sich noch in moderater Lautstärke unterhalten kann. Wer sich indes weniger an Ritten auf der linken Spur denn viel mehr über ein weiteres Eis beim enervierten Tankwart zu erfreuen weiß, bewegt den Wonneproppen mit lediglich 5,4 Litern Diesel auf hundert gefahrene Kilometer. Das muss ihm, gemessen am abrufbaren Fahrspaß, erst einmal einer nachmachen!

Fazit: Der Škoda Fabia RS macht in punkto Fahrspaß ernst. Er ist ein wieselflinkes Fahrzeug, das mit seinem ausgewogenen Fahrwerk und dem begeisternden Dieselmotor regelrecht zu verblüffen versteht. Zwar ist er mit 18.980,- Euro in seinem Segment kein Super-Schnäppchen, doch dafür sind ab Werk bereits Bremsassistent, CD-Spieler, Klimaanlage und Xenonscheinwerfer im Lieferumfang enthalten. Wem das nicht reichen sollte, muss sich eben noch ein Eis kaufen.


Skoda Bilder
Fabia Bilder

Quelle: P.Tonne Carportal.tv


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