Allradantrieb bei Opel: Freiheitsgrade auf Schnee und Eis

Beim traditionellen „großen Angrillen“ am Sonnabend, 25. Januar 2014, werden die deutschen Opel-Händler zwei neue Allrad-Varianten des frisch überarbeiteten Opel Insignia anbieten können: den Insignia Country Tourer und den OPC. Mehr als jeden fünften Country Tourer will Opel mit 4×4-Technik ausliefern. Beim Modell Insignia insgesamt rechnet man mit einem Allrad-Anteil von zehn Prozent. Das Kompakt-SUV Opel Mokka schafft es in Deutschland sogar auf einen 4×4-Anteil von 47 Prozent.
Die Bedeutung des Allradantriebs wächst also auch bei den Rüsselsheimern. Für die beiden Modellreihen Mokka und Insignia entwickelte zwei AWD-Systeme. Bei beiden Systemen sind die Hauptkomponenten – das Vorderachsdifferenzial, die Kardanwelle, das 4×4-Hinterachs-Antriebs- und Kontrollmodul sowie die Kupplung – im Prinzip gleich. Sie unterscheiden sich prinzipiell nur in der Kraftübertragung an die Hinterräder. Beim Mokka übernimmt die Aufgabe eine elektromagnetische Lamellenkupplung. Das Mokka-System wiegt nur 65 Kilogramm und setzt damit einen Maßstab für diese Fahrzeugklasse.

Bei trockenen Straßenverhältnissen sind die Vorderräder für den Vortrieb zuständig, was den Kraftstoffverbrauch niedrig hält. Je nach Fahrsituation reicht die Spanne von 100 Prozent Frontantrieb bis zu einer maximalen Kraftverteilung von jeweils 50 Prozent auf Vorder- und Hinterachse. Wenn der Untergrund es erfordert, leitet das elektronisch gesteuerte Mittendifferenzial automatisch und stufenlos Kraft zu den Hinterrädern. Der Allradantrieb verbessert auch das Handling auf trockenen Fahrbahnen, besonders bei einem schnellen Start oder beim Kurvenfahren mit höherer Geschwindigkeit. Das System erkennt selbstständig, wenn kein Allradantrieb mehr benötigt wird.

Beim Opel Insignia Country Tourer und bei der Leistungs-Variante Opel OPC sorgt der 4×4-Antrieb die Hinterachse mit elektronischem Sperrdifferenzial für noch mehr Traktion. Er variiert die Drehmomentverteilung stufenlos von null bis 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse sowie zusätzlich zwischen den Hinterrädern. Dies geschieht bereits, bevor die Räder durchdrehen können. Das funktioniert, weil Sensoren die einzelnen Steuermodule permanent zur situativ richtigen Kraftverteilung mit Informationen über Giermoment, Beschleunigung, Lenkwinkel, Raddrehzahl, Gaspedalstellung, Motordrehzahl und -drehmoment.

Manche können es ja nicht abwarten, bis Schnee und Eis ihnen endlich eindrucksvolles Driften erlaubt. Denen sei der Opel OPC empfohlen. Sein Sechs-Zylinder-Motor mit 239 kW / 324 PS und sein maximales Drehmoment von 435 Newtonmeter liefern den Rädern ausreichend Kraft für Spektakuläres. Niemanden kann man empfehlen, das auf der öffentlichen Straße zu versuchen. Aber auf abgesperrten Eisflächen zeigt der OPC, dass seine Entwickler diese Art von Fahrspaß akzetieren. Beim OPC lassen sich ESP und damit auch die Traktionskontrolle ganz ausschalten. Könner wissen das in dieser Ausnahmesituation zu schätzen. Beim Country Tourer sind die Freiheitsgrade weniger groß. Und das ist auch gut so – im täglichen Leben. (ampnet/Sm)

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Beitrag zuletzt aktualisiert am 15. Dezember 2013

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