Das Felgengeschäft läuft es nicht rund

Das Ersatzmarkt-Geschäft für Räder in Deutschland hat sich nach einem Minus im Vorjahr auch in 2013 insgesamt weiterhin rückläufig entwickelt, wobei der Absatzrückgang bei Stahlrädern deutlich größer war als bei Alurädern. Das ist das Ergebnis einer Erhebung, die die BBE Automotive im Auftrag des beim Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) angesiedelten Arbeitskreises Felgenhersteller vornahm.
Im Segment Alu ging der Absatz um rund 1,4 Prozent zurück. Somit hat sich die noch im vergangenen Herbst gehegte Hoffnung auf ein stagnierendes bis leicht wachsendes Marktvolumen im Gesamtjahr 2013 nicht erfüllt. Für dieses Jahr sind die Umfrageteilnehmer für dieses Segment dennoch verhalten optimistisch: Steigende Neuzulassungszahlen und positive Wachstumsperspektiven (Firmenkonjunkturen) einzelner Marktakteure nähren die Hoffnung, dass im laufenden Jahr im Ersatzgeschäft mit Alurädern (ohne Verkäufe an Fahrzeughersteller und -importeure) ein gut zweiprozentiges Plus realisiert werden könnte.

In den Dimensionen bis 15 Zoll ging der Absatz zurück, bei großen Rädern ab 21 Zoll und auch in der Produktgruppe der 16-Zoll-Felgen, die mit rund zwei Fünfteln den größten Anteil am Gesamtsegment Alu ausmacht, stagnierte der Verkauf. In den Dimensionen 18 bis 20 Zoll hingegen stieg die Nachfrage, was unter anderem darauf zurückgeführt wird, dass 18- und 19-Zoll-Alufelgen bei vielen Oberklasse-Fahrzeugen und SUV zur Serienausstattung gehören und gerade diese Fahrzeugklassen moderate Absatzzuwächse erfahren. Branchenexperten erwarten, dass sich die beobachteten Entwicklungen im laufenden Jahr weiter fortsetzen: Tendenziell werden Rückgang bei den Dimensionsgrößen bis 15 Zoll und stagnierender Absatz in den Dimensionen 16 und ab 20 Zoll erwartet, während 17- und 18-Zoll-Alufelgen mehr und mehr zur Standardgröße werden, zugleich aber auch zunehmend unter Preisdruck kommen.

Bei den Stahlrädern bleibt das Ersatzgeschäft schwierig – und das gilt sowohl für das vergangene Jahr als auch für die nähere Zukunft. Schon 2012 war das Volumen um 13,3 Prozent stark gesunken, 2013 schloss mit einem Minus von rund 9,7 Prozent gegenüber Vorjahr.

Auch mittelfristig sind die Erwartungen an das Räder-Ersatzgeschäft insgesamt eher trübe: Bezogen auf das Basisjahr 2013 erwarten die Panelteilnehmer für die kommenden drei bis vier Jahre sowohl auf Stück- als auch auf Wertebene einen rückläufigen Gesamtmarkt. Gute Perspektiven werden für keine Produktgruppe gesehen, schlecht sind laut Erhebung die Aussichten für mehrteilige Räder. Zudem werden neue Trends, wie z.B. bunte Räder, entweder nicht vom Markt angenommen oder zu schnell kopiert und dann nur über den Preis vermarktet, so dass auch daraus keine Impulse erwartet werden.

Zudem sind die Auswirkungen der im November einsetzenden Pflicht zu Reifendruck-Kontrollsystemen (RDKS/TPMS) für alle neu zugelassenen Pkw und Geländewagen auf den Felgenersatzmarkt noch völlig unklar. Die damit verbundenen Mehrkosten können möglicherweise eine Trendumkehr zur preisgünstigeren Stahlfelge bewirken. (ampnet/jri)

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Beitrag zuletzt aktualisiert am 26. Februar 2014

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