Der Volkswagen Golf ist nun auch Mexikaner

Seit fünf Jahrzehnten sind die Wolfsburger mit ihrem Werk in Puebla aktiv. Auch deswegen war der Volkswagens Käfer für die Mexikaner der Inbegriff des zuverlässigen Automobils. Jetzt soll die siebte Generation des Golf in Mexiko Fuß fassen. Vor den Toren Mexiko Citys läuft in Puebla ab sofort das aktuelle Modell vom Band. Damit läutet der Konzern aus Wolfsburg pünktlich zu seiner 50-Jahr-Feier des Werk in Puebla eine neue Ära im mittelamerikanischen Staat ein.
„Volkswagen de Mexiko hat eine stolze Geschichte und eine vielversprechende Zukunft. Dafür steht vor allem der neue Golf. Der Produktionsstart des Golf 7 wird Volkswagen in der Region Nordamerika ordentlich Schub nach vorne geben“, erklärte VW-Konzernchef Martin Winterkorn in Puebla und verweist darauf, dass „Volkswagen fest zum Automobilstandort Mexiko steht. Das unterstreichen nicht zuletzt sieben Milliarden US-Dollar, die unser Konzern bis 2018 in Nordamerika investiert.“ Volkswagens Mexiko-Chef Andreas Hinrichs fügte hinzu: „Heute ist unser Werk Puebla einer der exportstärksten Konzernstandorte. Mehr als zehn Millionen Fahrzeuge gingen von hier aus bereits an Kunden in aller Welt.“

Puebla gehört zudem zu den größten Werken des VW-Konzerns. Pro Tag laufen 2500 Autos vom Band. Im vergangenen Jahr verließen 516 000 Einheiten die Werkshallen. 80 Prozent davon gingen in den weltweiten Export. Seit Bestehen des Standortes wurden mehr als zehn Millionen Volkswagen in Puebla produziert. Zur Belegschaft am mexikanischen Standort zählen aktuell 15 800 Mitarbeiter.

Nach einem Investment von rund 700 Millionen US-Dollar für die Golf-Produktion in Mexiko wurde mit dem „Westsegment“ ein komplett neuer Abschnitt für die Produktion auf dem Werksgelände errichtet. Zunächst werden Zwei- und Viertürer auf den Linien gefertigt. Dank des Modularen Querbaukastens kann dann Ende 2014 die Fertigungstiefe unkompliziert auf den Golf Variant erweitert werden. Die Golf-Typen aus Puebla sind primär für den Nordamerikanischen Markt bestimmt.

Der Golf bildet seit 40 Jahren das Rückgrat von Volkswagen. Als dieser Typ 1974 seine Weltpremiere feierte, rettete erst der kompakte Wolfsburger und dann auch der Passat das Unternehmen aus der Absatzkrise, in die es durch die Käfer-Monokultur geraten war. Entworfen von Italdesign Giugiaro – seit 2010 auch ein Unternehmen im Volkswagen-Markenverbund – sollte sich der wassergekühlte VW schnell zum Verkaufsschlager entwickeln. Als GTI avancierte der Golf Mitte 1976 zum „Porsche-Jäger“. Bis heute wird dieses zur Ikone gereifte Auto unter anderem im Werk Wolfsburg gefertigt – und stets weiterentwickelt.

Das aktuelle Top-Modell ist der Golf R. Mit 300 PS wird der der stärkste Serien-Golf Ende Januar im nordschwedischen Arvidsjaur seine Fahrpräsentation erleben und im Frühjahr bei den Händlern stehen. „Mit diesem Golf kann man es schon mal richtig fliegen lassen“, scherzte Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer im vergangenen August beim weltweit ersten Auftritt des Golf R in Warmenau. Wer hätte vor 40 Jahren vermutet, dass die Golf-Baureihe einmal alles bieten würde. Von der günstigen alltagstauglichen Einstiegs-Variante (ab 17 175 Euro) über den Lademeister Golf Variant, die umweltschonenden Erdgas-Golf (TGI) und Elektro-Golf bis hin zu den sportlichen Ablegern GTI, GTD sowie zur reinrassigen Sport-Version, dem neuen Golf R. (ampnet/tw)

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Beitrag zuletzt aktualisiert am 14. Januar 2014

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