Detroit 2014: Die Käufer wollen’s groß

Mit einem Zitat aus der US-Presse unterstrich Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), heute bei seiner Pressekonferenz zum Auftakt der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit seine positive Prognose für die Zukunft deutscher Produkte auf dem US-Markt: Die Käufer wollen’s groß. Dabei wollen es die Amerikaner offenbar aber nicht nur groß und schwer, sondern auch luxuriös.
Die in Amerika als Luxury-Segment geltende Modellpalette der Premium-Marken wird 2014 etwa zehn Prozent des US-Marktes ausmachen. Und die deutschen Marken sind gut dabei. Mit einem Anteil von 16 Prozent an den gesamten deutschen Exporten ist der US-Markt der zweitwichtigste für die deutschen Hersteller. Betrachtet man den Wert der exportierten Fahrzeuge, ist der US-Markt mit rund 20 Milliarden Euro sogar der wichtigste Markt. Sein Anteil stieg 2013 um neun Prozent. Bis 2014 erwartet Wissmann elf bis zwölf Prozent, und das bei einem insgesamt wachsenden US-Markt, dem der VDA-Präsident in diesem Jahr wieder 16 Millionen Verkäufe und mehr zutraut.

2013 konnten die deutschen Hersteller in den USA insgesamt 1,33 Millionen Light Vehicles – also Personenwagen und Pick-ups – absetzen. 20 Prozent oder 260 000 Fahrzeuge davon wurden in den USA produziert. Rechnet man die Produktion im NAFTA-Raum (vorwiegend Mexiko) dazu, waren es sogar 35 Prozent oder 470 000 Fahrzeuge. Aber immer noch kommt jedes zweite in den USA verkaufte Fahrzeug deutscher Marken aus deutscher Produktion.

Von den in den USA produzierten Fahrzeugen deutscher Hersteller wurden 24 Prozent oder 150 000 Einheiten nach Deutschland exportiert, weitere 23 Prozent nach Asien. Jeweils rund ein Viertel der Produktion deutscher Hersteller in US-Werken geht also jeweils nach Europa und Asien. Deswegen erwartet Wissmann von einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa einen weiteren Schub beim Absatz.

Wissmann kündigte eine Offensive für die Elektromobilität auch in den USA an. Der Anteil der Hybrid-Versionen im Weltautomobilmarkt hat 2013 bereits 6,7 Prozent erreicht. Die deutschen Hersteller können auf dem US-Markt in diesem Segment allerdings nur bescheidene Erfolge vorweisen. 2013 wurden nur 7600 Hybridfahrzeuge deutscher Marken in den USA abgesetzt. Wissmann sieht hier noch erhebliches Potenzial: „Denn nicht nur der Markt wächst, sondern auch unser Angebot.“

Auch beim Dieselmotor bleiben die deutschen Hersteller offenbar dabei. Wissmann sieht den Selbstzünder als Teil einer Langzeitstrategie, wenn auch der Marktanteil in den USA bisher nur bei 2,8 Prozent liegt. (ampnet/Sm)


Beitrag zuletzt aktualisiert am 13. Januar 2014

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