Exklusiv: Im Slot – die Rückkehr des Ford RS 200

Rallyeboliden aus den 70er und 80er Jahren stehen bei Slotcarherstellern derzeit hoch im Kurs. Sei es der Audi Quattro, der Lancia 037 oder der Opel Ascona 400. Seine Rückkehr auf die Schlitzpiste feierte in diesem Sog auch der Ford RS 200. Beim englischen Anbieter Scalextric liegen mittlerweile verschiedene Varianten des RS 200 vor, dessen Karriere in der damaligen Königsklasse des Rallyesports aber nur von kurzer Dauer war. Schon vor 20 Jahren führte der spanische Ableger der britischen Modellrennbahnpioniere und heute eigenständige Produzent SCX den kleinen Sportler im Programm.
Ford hatte den gerade einmal vier Meter langen und 450 PS starken Wagen mit 1,8-Liter-Motor für die Gruppe B konzipiert. Doch der Allrader mit dem Heckmittelmotor kam Mitte der 80er Jahre zu spät. Kurz nachdem er seine ersten Einsätze absolviert hatte, wurde die Gruppe B nach einer Reihe tödlicher Unfälle 1986 wieder aufgegeben. Der RS 200 wich aus und verdiente sich fortan seine Lorbeern bei Rallyecross-Meisterschaften, wo es sein 2,1-Liter-Triebwerk sogar auf bis zu 650 PS brachte. Um ein solches Exemplar handelt es sich bei dem Scalextric-Modell. Es stammt aus dem Jahr 1991 und wurde von Trevor Hopkins gefahren. Der Brite gewann vier Mal die British Rallycross Championship in seinem Ford – aber nie in einem RS 200. Die Zahl i der Typenbezeichnung stand übrigens für die zur Homologation notwendigen gebauten Fahrzeuge.

Aus der Verpackung heraus geht der RS nach warmgefahrenen Reifen wie der sprichwörtliche geölte Blitz. Trotz des Magneten vor Motor und Hinterachse geht der Ford gerne auch mal quer, um sich meistens jedoch gleich wieder zu fangen. Dennoch ist das Tempo im Auslieferungszustand auf einer Heimrennbahn zu hoch und das Fahrverhalten wirkt unnatürlich. Eine andere Position für die Hafthilfe ist nicht vorgesehen. Der erste Eindruck weckt auf jeden Fall hohe Erwartungen an den magnetlosen Betrieb – und sie werden nicht enttäuscht. Der Ford RS 200 schnurrt nach Entfernen des Metallstücks vorbildgerecht über die Bahn und erfreut mit sehr gut kontrollierbaren Drifts. Das Heck zeigt keinerlei übernervöse Tendenzen, und das Fahrverhalten ist ohne Magnethilfe absolut tadellos. Viel besser kann man es nicht machen. Damit knüpft das Modell an die gute Rallye-Performance der Produkte von SCX und Team Slot an, so dass sich hier ein weites Feld an Gegnern für das Fahrerduell eröffnet.

Positiv fällt auch der besonders ruhige und weiche Motorlauf auf, negativ die bruchgefährdete Dachantenne. Bei den mit dem Ford-Emblem bedruckten Außenspiegeln haben sich die Briten dagegen um etwas mehr Flexibilität bemüht. Um sie muss man sich im harten Plastikpisten-Alltag keine Sorgen machen. Ungewöhnlich für ein Modell aus dem Rallyebereich ist die fehlende Beleuchtung. Doch das Original der vorliegenden Ausführung musste sich ja nicht in der Nacht der langen Messe in Monte Carlo messen, sondern fegte bei Tag über die Cross-Kurse und hatte dementsprechend auch ausgebaute Scheinwerfer, was Scalextric detailgetreu wiedergibt.

Wie viele Scalectrix-Modelle ist auch der Ford mit einem Fach zum Nachrüsten des Digitalchips ausgestattet. Auffällig ist die saubere Verarbeitung. Die Motorkabel sind mit Führungsklammern entlang der „Seitenholme“ verlegt, und die Karosserie ist mit insgesamt sechs Schrauben am Chassis fixiert. Zwei davon halten das Cockpit-Inlet mit voll ausgeformter Fahrerfigur. Bei den Details des Interieurs beschränkte sich Scalextric auf das Wesentliche. Lediglich an der Motorattrappe im Heck sind einige Details farblich hervorgehoben. Wer da etwas nacharbeiten möchte, kann den Innenraum leicht herausnehmen. Er ist nach alter Sitte mittels eines Haltezapfens eingeclipst.

Fazit: Für alle Rallye-Fans ist der Ford RS 200 von Scalextric erste Wahl. Er glänzt beim magnetlosen Betrieb mit natürlich wirkendem Fahrverhalten und rallyehaften Kurvenmanieren. (ampnet/jri)

Bilder zum Artikel

Ford RS 200 von Scalextric.

Foto:
Auto-Medienportal.Net

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Beitrag zuletzt aktualisiert am 20. Februar 2014

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