Deutsche Automarken

Autohersteller aus Deutschland genießen seit über 100 Jahren auf der ganzen Welt einen ausgezeichneten Ruf. Deutsche Automarken weisen dementsprechend eine lange Tradition auf. Wenn wir allerdings die in den 2020er Jahren vertretenen Marken in Deutschland bestimmten Herstellen zuordnen, so stammen einige von ihnen aus dem Ausland. Beispiele wären Bentley, Lamborghini, Bugatti, Seat und Škoda. Diese Marken gehören heute VW, stammen aber bekanntlich aus Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien und Tschechien. Die Edelmarke Rolls-Royce gehört wiederum zu BMW.

Deutsche Automarken

Was macht deutsche Automarken so besonders?

Deutschland ist eine Wiege der Autoindustrie. Die Hersteller hierzulande begannen im 19. Jahrhundert mit ihrer Automobilproduktion. Gottlieb Daimler meldete schon 1883 Patentrechte für seinen ersten regelbaren Gasmotor an. In den kommenden 100 Jahren wurden deutsche Automarken zu einem Synonym für deutsche Wertarbeit. Den Mercedesstern und das BMW-Logo kennt man auf der ganzen Welt, Porsche steht für das automobile Sportsegment, VW für solide Fahrzeuge, die sich (namensgemäß) das ganze Volk leisten kann. Das Image von Opel hat zwar in den letzten 20 Jahren ein wenig gelitten, doch auch diese Marke hat eine riesige Tradition und holt langsam wieder auf. VW ist trotz des Abgasskandals nach wie vor auch international enorm erfolgreich. Der VW Golf ist wahrscheinlich das meistgebaute Auto der Welt. Neben diesen großen Namen gibt es einige deutsche Hersteller in Nischensegmenten, die weniger bekannt, aber nicht minder interessant sind.

Welche Marken sind typische deutsche Automarken?

Die typischen Automarken aus Deutschland sind:

  • Mercedes-Benz
  • BMW
  • VW
  • Opel
  • Audi
  • Porsche

Ruf ist ebenfalls eine originale deutsche Automarke, aber weniger bekannt. Einige Marken gehören zu großen Herstellern, so Smart zu Mercedes und MINI zu BMW. Während der Smart von der Mercedes Group entwickelt wurde, entstammt der MINI ursprünglich einer Entwicklung der British Motor Corporation (BMC) aus den 1960er Jahren, die später in der British Leyland Motor Corporation aufging. Nach deren Niedergang legte die MG Rover Group den MINI ab 1990 neu auf. Seit BMW Rover 1994 übernommen hatte, gehört der MINI zu BMW. Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass heutige deutsche Marken ihre Wurzeln manchmal woanders haben. Die Verbindung von Autoherstellern und -marken hat wirtschaftliche Hintergründe und führt in der Regel zu einem Transfer von Know-how. Die Hersteller lassen aber die Markennamen bestehen, weil sich mit diesen eine große Tradition verbindet. Dasselbe betrifft die heute zu VW gehörenden Automarken Porsche, Audi, Bentley, Bugatti, Seat, Lamborghini und Škoda. Erwähnenswert sind noch sehr kleine deutsche Automarken bzw. Submarken wie Benarrow, der selbstständig vermarktete BMW i, der e-Wolf, die Marke Flocken, der Karabag, der HAZ (AHK), Lotec und der Mercedes-Maybach. Schauen wir uns die deutschen Autohersteller an, die hinter den Markengeschichten stehen.

Audi

Audi Logo

Die Audi AG aus Ingolstadt gehört seit den 1960er Jahren zum VW-Konzern, das Unternehmen gibt es schon seit 1909. Es stammte ursprünglich aus Sachsen. Sein Logo mit den vier verschlungenen Ringen wurde bald nach der Gründung entwickelt, als sich Audi, Horch, DKW und Wanderer zu einem Unternehmen zusammenschlossen. Eine Neugründung erfolgte 1949 in Bayern, um der sowjetischen Besatzungsmacht zu entgehen. Audi war schon den 1930er Jahren Innovationsvorreiter etwa bei Frontantrieben und wird seit den 2000er Jahren in Deutschland zu den Herstellern im Premiumsegment gezählt. Den Sportwagenhersteller Lamborghini übernahm Audi 1998, womit er automatisch zum VW-Konzern gehört.

Audi Autobilder

BMW

Logo BMW

Das Unternehmen BMW (Bayerische Motoren Werke) gibt es seit 1916, es hat wie alle deutschen Autohersteller Vorläufer. Heute tritt die börsennotierte BMW AG, einer der 40 Dax-Konzerne, als BMW Group auf. Die Produktpalette ist bekanntlich sehr groß, sie umfasst Pkws, Motorräder, den MINI, Rolls-Royce und Submarken BMW i und BMW M. Der Umsatz von BMW lag 2021 bei 111 Milliarden Euro. Mit diesem Erlös und den etwa 118.900 Beschäftigten ist der Autohersteller eines der größten Wirtschaftsunternehmen in Deutschland, der auch unter den Top 15 der weltgrößten Hersteller rangiert. Die größten Aktienanteile halten Stefan Quandt und Susanne Klatten (zusammen knapp die Hälfte), doch ein großer Teil der BMW-Aktien befindet sich auch in Streubesitz.

BMW Autobilder

Mercedes-Benz Group

Mercedes Logo

Auch die Mercedes-Benz Group ist börsennotiert und als Konzern breit aufgestellt. Sie stellt Fahrzeuge her, darüber hinaus bietet sie Mobilitäts- und Finanzdienstleistungen an. Es gibt unter dem Dach der Mercedes-Benz Group AG die beiden selbstständigen Tochtergesellschaften Mercedes-Benz Mobility AG und Mercedes-Benz AG. Der im Jahr 2022 bestehende Konzern wurde mit der derzeitigen Struktur 1998 als DaimlerChrysler gegründet, nachdem sich die Daimler-Benz AG und die Chrysler Corporation fusioniert waren. Nachdem Chrysler wieder verkauft worden war, benannte sich der Konzern 2007 in Daimler AG um. Später gab er die Nutzfahrzeugsparte ab und heißt seit Februar 2022 Mercedes-Benz Group AG.

Mercedes Autobilder

Opel

Opel Logo

Opel ist ein deutsches Traditionsunternehmen, das Adam Opel schon 1862 als Nähmaschinenfabrik gegründet hatte. Ab 1898 stellten seine Nachfahren Autos her, seit 1929 gehörte die Firma zu General Motors, später zu PSA und seit 2021 zum europäischen Konzern Stellantis. Die Adam Opel AG hat ihren Hauptsitz in Rüsselsheim und lässt auch in Kaiserslautern, Eisenach sowie an weiteren Standorten unter anderem in den USA und Südkorea produzieren. Wie schon erwähnt hatte Opel zeitweise mit Qualitäts- und damit verbundenen Imageproblemen zu kämpfen, die aber im Jahr 2022 als weitgehend überwunden gelten. Jüngere TÜV-Reports ab 2020 bescheinigen auch den Gebrauchtwagen von Opel eine hohe Zuverlässigkeit bis auf gelegentliche Ölverluste.

Opel Autobilder

Volkswagen

VW Logo

Der VW-Konzern wurde 1937 gegründet. Die Forderung nach einem „Volksauto“ kam von Adolf Hitler, der damit die Massenmotorisierung in Deutschland ermöglichen wollte. Im Jahr 1949 wurde die Volkswagen G.m.b.H. gegründet, die den Markenname Volkswagen festigte. Seit den 2020er Jahren kommen vom Konzern aus Wolfsburg rund 50 verschiedene Modelle, die vom Pkw-Kleinstwagensegment bis in die obere Mittelklasse reichen. Vom absoluten Premiumsegment hat sich VW vorläufig verabschiedet, nachdem 2016 die Produktion des Phaetons auslief. Es gab und gibt von VW auch sehr interessante Cabrios, Vans, Hochdachkombis, SUVs und Pick-ups. Der Diesel-Abgasskandal, der in Wahrheit nicht nur VW betraf, hat zwar weltweite Empörung ausgelöst und zu milliardenschweren Belastungen geführt, den Konzern aber nicht ins Wanken gebracht.

Volkswagen Autobilder

Verschwundene Automarken

Es gibt eine traurige Liste von deutschen Automobilherstellern, die in eine schwierige Zeit geraten sind oder einfach nicht in der Lage waren, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Im Rahmen unserer Serie über die Geschichte deutscher Autofirmen stellen wir hier einige dieser Marken vor:

Ruf

Der familiengeführte Autohersteller Ruf hat seinen Sitz im bayerischen Pfaffenhausen. Er wurde von Alois Ruf sen. 1939 gegründet und stellt leistungsstarke Sportwagen her. Die Marke steht technische Exzellenz, Leidenschaft und Authentizität. Bemerkenswert erscheint, dass sich der Autohersteller in seinem Nischensegment behaupten kann, was nicht selbstverständlich ist: Ein ähnlicher Hersteller war Wiesmann, der 2013 Insolvenz anmelden musste. Ruf beweist, dass sich auch in Deutschland, einem Land der großen und traditionsreichen Automarken, ein Autohersteller in einer Nische behaupten kann. Die Fahrzeuge von Ruf sind oft sagenhaft stark motorisiert (über 500 PS), dabei sehr elegant und mit liebevollen Details versehen, die teilweise aus Handarbeit stammen. Ruf lässt auch in Kanada, Großbritannien, China, Chile, Thailand und Japan verkaufen und teilweise produzieren. Die Sportwagen schaffen es, maximale Fahrperformance mit Alltagstauglichkeit und Individualität zu verbinden. Zu den Innovationen von Ruf gehört beispielsweise das Kohlefasermonocoque, das den modernen CTR 1,25 t leicht macht und ihn mit 510 PS auf 320 km/h beschleunigt. Der neue Ruf CTR Anniversary ist ab 892.000 Euro zu haben.

Trabant

Der Trabant war das am meisten verbreitete Auto in Ostdeutschland. Er wurde von 1957 bis 1991 hergestellt, und obwohl er nicht sehr leistungsstark oder zuverlässig war, war er billig und leicht zu reparieren. Es heißt sogar, dass ein einziger Trabant mit Teilen von 12 anderen Autos desselben Typs repariert werden konnte. Der Trabant hatte keine Servolenkung oder Bremsen – der Motor musste beim Parken abgestellt werden, weil es keine Feststellbremsen gab!

Wartburg

Wartburg war ein deutscher Automobilhersteller, der 1921 von dem Industriellen und ehemaligen Rennfahrer Wilhelm Wartburg in Eisenach, Thüringen, gegründet wurde. Das bekannteste Produkt des Unternehmens war der Wartburg, ein Kleinwagen mit luftgekühltem Zweitaktmotor und Hinterradantrieb, der hohe Verkaufszahlen erreichte, aber wegen der Ölkrise im Zweiten Weltkrieg aus der Produktion genommen werden musste. 1952 fusionierte Wartburg mit einem anderen größeren Chemnitzer Automobilhersteller, den Sachsenring Automobilwerke Zwickau (später umbenannt in VEB Sachsenring Automobilwerke und dann VEB Robotron).

Der Name des Unternehmens leitet sich von dem Namen seines Gründers „Waxenberg“ ab. Ursprünglich stellte es während des Ersten Weltkriegs Flugzeugmotoren her, begann aber nach dem Krieg mit der Produktion von Motorrädern, bis es 1924 mit der Herstellung von Autos unter dem eigenen Markennamen „Wartburg“ begann. In ihrer Blütezeit waren die Wartburgs für ihre Zweitaktmotoren bekannt, die zwar eine gute Leistung aufwiesen, aber häufig gewartet werden mussten, z. B. durch Nachschleifen der Ventile.

Borgward

Im Jahr 1928 gründete Carl F. W. Borgward das Unternehmen, aus dem später Borgward wurde. Der Name leitet sich von seinem Familiennamen ab, der im Deutschen „Burgherrscher“ bedeutet.

Borgward begann als Hersteller von Lastwagen und Nutzfahrzeugen und stieg 1939 mit seinem ersten Modell in den Pkw-Bereich ein. Der Erfolg von Borgward währte bis 1963, als die Marke wegen finanzieller Probleme und Streitigkeiten mit den Arbeitnehmern über Löhne und Sozialleistungen endgültig in Konkurs ging.

DKW

DKW war eine deutsche Automarke, die 1916 gegründet wurde. Sie fusionierte 1932 mit Audi, aber die beiden wurden 1964 wieder getrennt, als Daimler-Benz DKW übernahm. Zwei Jahre später kaufte Volkswagen Daimler-Benz und erwarb alle seine Tochtergesellschaften, einschließlich Audi. Im Jahr 1967 erhielt Volkswagen die Unterstützung der westdeutschen Regierung und wurde zu einem der mächtigsten Automobilunternehmen in Europa.

Glas

Glass war eine deutsche Automarke, die 1898 gegründet wurde. Sie hörte 1966 auf zu existieren, aber die Geschichte des Unternehmens ist ein bisschen komplizierter als das.

Glass stellte Autos, Lastwagen und Busse unter verschiedenen Namen her (darunter Opel). In den frühen 1960er Jahren geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten und musste von GM übernommen werden. Der Name Glass wurde dann noch einige Jahre lang für Opel-Modelle verwendet, bevor er mit dem Ende der Fahrzeugproduktion in Brandenburg 1980 ganz aufgegeben wurde.

NSU

NSU war ein deutscher Automobilhersteller, der von 1873 bis 1969 existierte. Er wurde von Nicolaus Otto gegründet, der 1876 den Viertakt-Verbrennungsmotor erfand, und hatte seinen Sitz in Neckarsulm. Im Jahr 1901 wurde das Unternehmen Teil einer Holdinggesellschaft mit dem Namen Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH, die später zur Volkswagenwerk GmbH wurde. Während des Zweiten Weltkriegs stellte NSU Militärfahrzeuge wie Motorräder und Lastwagen für Nazi-Deutschland her. Nach einer Fusion mit BMW im Jahr 1970, die als Auto Union AG Daimler-Benz (eine Tochtergesellschaft von Daimler-Benz) bekannt wurde, stellte das Unternehmen seine Produktion am 31. Dezember 1969 vollständig ein.

Lloyd

Der Lloyd war ein deutscher Automobilhersteller, der von 1911 bis 1938 Autos produzierte. Er wurde von Hans Ledwinka und Karl Henschel in Bremen gegründet. Das erste Lloyd-Auto war das Modell A. Das Unternehmen hörte auf zu existieren, als es 1932 Teil der Auto Union wurde.

Zündapp

Zündapp war ein deutscher Motorrad- und Automobilhersteller. Das Unternehmen wurde 1910 von dem Ingenieur Karl Friedrich Bauer in Nürnberg, Deutschland, gegründet. Zündapp fusionierte 1928 mit Audi, Horch und DKW zur Auto Union.

Messerschmitt / Fendt

Messerschmitt war ein deutscher Flugzeughersteller, der in den 1930er Jahren gegründet wurde. Messerschmitt wurde in den späten 1960er Jahren von Fendt aufgekauft. Fendt ist auch heute noch im Geschäft und stellt Traktoren und andere landwirtschaftliche Geräte her. Fendt ist Teil der Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Gruppe.

Gutbrod

Die Standard Fahrzeugfabrik GmbH war ein deutscher Automobilhersteller, der 1926 von Wilhelm Gutbrod gegründet wurde. Die Fabrik befand sich in Breslau, Deutschland (heute Wroclaw, Polen). Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Gutbrod die Produktion ein und war in den 1950er Jahren nicht mehr im Geschäft.

Häufige Fragen

Wer ist der älteste Autohersteller?

Mercedes-Benz ist der älteste Autohersteller. Heut kennt man die Automarke für sein breites Sortiment als Luxus-Fahrzeugen wie die S-Klasse und die Sportwagen Abteilung AMG. Die Beteiligung an der Formel 1 half Mercedes zu neuem Glanz und weltweiter Anerkennung. Von 2014 bis 2020 haben Sie jedes Jahr den Titel für die Motoren Weltmeisterschaft geholt.

Welche Automarken kommen aus Deutschland?

Folgende deutsche Automarken sind sehr bekannt: Audi (Ingolstadt in Bayern), BMW (München), Mercedes-Benz (Stuttgart), Opel (Rüsselsheim am Main), Porsche (Stuttgart-Zuffenhausen) und Volkswagen (Wolfsburg).

Wer hat das erste Auto gebaut?

Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 des deutschen Erfinders Carl Benz gilt als erstes modernes Fahrzeug. Das Motordreirad mit Verbrennungsmotor aus dem Jahre 1886 führte zu einer Serienproduktion.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 20. September 2022