Schwedische Automarken

Schwedische Automarken genießen einen sehr guten Ruf. Viele der Fahrzeuge gehören zur Oberklasse und auch ins Premiumsegment. Weltweit sind die Fahrzeuge aus Schweden für ihre hohe Qualität und Sicherheit bekannt.

Wir stellen die wichtigsten Hersteller der schwedischen Automobilindustrie vor. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Es gibt in Schweden noch einige kleinere Produzenten.

Volvo Cars

Volvo Logo

Wenn es um Autos aus Schweden geht, fällt uns immer zuerst der Volvo ein. Es ist die beliebteste unter den schwedischen Automarken und in Schweden selbst die mit Abstand am häufigsten gefahrene Marke. Sie wurde schon 1927 gegründet. Die Muttergesellschaft SKF gab ihr den Namen Volvo wegen seiner lateinischen Bedeutung „ich rolle“, was eine Metapher für die Kugellager von SKF war. Seit 2010 gehört Volvo zum chinesischen Autokonzern Geely.

Ihr klassisches Logo tragen die Autos von Volvo seit 1930, es symbolisiert das schwedische Eisen. Ab den 1940er Jahren feierte die Marke in Schweden, später auch weltweit große Erfolge. Sie wurde durch einige Innovationen wie den Drei-Punkt-Gurt und den hohen Komfort inklusive Geräuscharmut bekannt. In den 1990er Jahren ging Volvo an Ford und danach an Geely. Der chinesische Fahrzeughersteller mit Hauptsitz in Hangzhou entwickelt eigene Marken und kaufte in der Vergangenheit etliche wie Volvo auf. Geely brachte den Volvo XC40 auf den Markt, der 2018 das europäische Auto des Jahres wurde.
Volvo Fotogalerie anschauen.

https://www.volvocars.com/de/

Polestar

Polestar Logo

Die Autohersteller Polestar ist ein Volvo-Ausgründung des Jahres 2017 und stellt Elektroautos im Premiumsegment her. Der Name Polestar entstammt einem schwedischen Motorsportteam. Unter den skandinavischen Automarken positioniert sich der Hersteller innovationsstark: Er bringt praktisch im Jahrestakt ein neues Modell mit Elektromotor auf den Markt. Dabei deckt er möglichst alle Pkw-Klassen ab. Es gibt bislang einen Polestar Roadster Cabrio, ein SUV, ein Coupé und ein Sedan. Die Modelle fahren überwiegend elektrisch, es gibt auch einige Hybride. Die drei Hauptmodelle sind Polestar 1 bis 3, die jeweils auf einer Volvo-Plattform basieren. Den Polestar 1 – ein Plug-in-Hybrid – produziert das Unternehmen nicht mehr, es möchte nur noch rein elektrische Autos anbieten. Die Nachhaltigkeit der schwedischen Autos beschränkt sich nicht nur auf den Antrieb. Bis 2030 sollten die Fahrzeuge der Marke vollkommen kohlenstoffneutral produziert werden, also auch ohne Kohlenstoff-Offset. Polestar hat seinen Hauptsitz in Göteborg und lässt in China und in den USA produzieren. Die Fahrzeuge der Marke erschienen bislang in Kleinserien und stoßen dabei auf eine hohe Nachfrage. Unter den Automarken aus Schweden wird Polestar daher eine große Zukunft vorausgesagt.

https://www.polestar.com/de/

Lynk & Co.

LYNK & Co Logo

Zwar ist Lynk & Co. (chinesisch: 领克) eine chinesische Automarke, die Hauptgeschäftsstelle und das Design-Zentrum sitzen jedoch in Göteborg, Schweden. Die Marke gehört zum chinesischen Automobilherstellers Geely, den Ableger im Oktober 2016 gegründet hat. In Deutschland sind bereit über 5.000 Fahrzeuge auf den Straßen. Die Autos von Lynk & Co positionieren sich zwischen der Marke Geely und dem schwedischen Tochterunternehmen Volvo. Strategisch konzentriert sich die Marke auf Sharing und neue Geschäftsmodelle wie das Autoabo.

https://www.lynkco.com/de-de

Bekannte Automarke aus Schweden: Saab

SAAB Logo

Auch Saab ist eine sehr bekannte Pkw-Hersteller aus Schweden, auch wenn sie nicht mehr produziert wird. Gegründet wurde das Unternehmen Saab im Jahr 1937 als Flugzeughersteller. 1949 produzierte es mit dem Saab 92 sein erstes Auto, wofür es später in Göteborg eine neue Fabrik baute. Ab den 1970er Jahren folgten weitere Produktionsstätten, die Automarke etablierte sich auch in Europa und anderen Teilen der Welt. Der zwischen 1978 und 1998 gebaute Saab 900 erlangte sogar einen gewissen Kultstatus, der als Oldtimer Spitzenpreise erzielt: Im März 2022 zahlte ein Liebhaber für einen Saab 900 Turbo Aero 16 des Baujahres 1987 ~570.000 Euro. Mit dem Saab Turbo gelang dem Hersteller eine wichtige Innovation: Erstmals erhielt ein Familienauto einen Turbomotor. Das Prinzip des Abgasturbolochs hatte das Unternehmen erfolgreich weiterentwickelt. Das Designer der Saab Fahrzeuge war ein echter Hingucker. Im Jahr 2000 ging sie an General Motors und 2010 an Spyker. Der Konkurs folgte 2011, der Konzern NEVS erwarb 2012 das Konkursvermögen. Die Produktion wurde eingestellt. In Schweden sind mit Stand Anfang 2024 noch rund 200.000 Fahrzeuge der Automarke registriert, auch in Deutschland und anderen Ländern werden sie als Gebrauchtwagen gehandelt. Sie haben nach wie vor eine große Fangemeinde nicht nur wegen ihrer robusten Technik, sondern auch wegen der Attitüde von fröhlicher, warmer Nostalgie. Bild der Saab Autos anschauen.

Koenigsegg

Koenigsegg Logo

Bei Koenigsegg handelt es sich um eine sehr junge Marke, die erst 1994 mit dem Ziel gegründet wurde, das schnellste Serienauto der Welt zu bauen. Das gelang erstmals 2005: Ein Koenigsegg erreichte 388 km/h. Einen nochmaligen Geschwindigkeitsrekord schaffte der Nachfolger Koenigsegg Agera RS im Jahr 2017 mit 477 km/h. Auf diesen legte wiederum der erstmals 2019 vorgestellte Koenigsegg Jesko Absolut noch eine Schippe drauf, er erreicht in der Spitze 531 km/h. Schnellere Autos will der Hersteller nicht mehr bauen. Ausgestattet ist der Jesko mit einem 5-Liter-Twin-Turbo-V8-Motor mit 1.600 PS (1.177 kW). Er ist das schnellste Straßenauto der Welt. Vom Jesko Absolut werden nur 125 Modelle gebaut, die in der Basisausstattung 2,8 Millionen Euro kosten. Der gleichzeitig eingeführte Gemera ist ein Mega-GT mit viel Komfort. Vom viersitzigen Hybridmodell wird es nicht mehr als 300 Stück geben. Es wird bei rein elektrischer Fahrweise 300km/h schnell. Koenigsegg errang mit seinen Fahrzeugen zahlreiche Auszeichnungen, so einen schwedischen Designpreis und die Preise für Hypercars of the Year der Jahre 2010 und 2022. Der Gründer Harald von Koenigsegg (*1972) ist ein Designer, was den Fahrzeugen anzusehen ist. Er entstammt einem alten Adelsgeschlecht. Der Jesko Absolut wurde nach seinem Vater Jesko benannt. Die Produktion der Fahrzeuge findet in Ängelholm statt. Dort befand sich früher ein Militärgelände, das so groß ist, dass Koenigsegg hier eine 1,7 km lange Teststrecke anlegen konnte.

https://www.koenigsegg.com/home

Scania

SCANIA Logo

Unter den noch existierenden Marken eines schwedischen Herstellers ist Scania die älteste. Das Unternehmen ging aus den beiden Vorgängerfirmen Scania und Vabis hervor, die 1891 und 1900 gegründet wurden. Scania baut bekanntlich schwere Lkws und auf deren Chassis auch einige Busse und Sonderfahrzeuge produziert wurden. Bis 1929 wurden aber auch Pkws angeboten. Außerdem produziert das Unternehmen mit Sitz in Södertälje Schiffs- und Industriemotoren. Im Jahr 2015 übernahm VW das Unternehmen Scania und gliederte es später in seine Nutzfahrzeugtochter Traton ein. Die Automarke blieb erhalten. Von 1969 bis 1995 hatte Scania zum Saab-Konzern gehört. Zum aktuellen Scania-Programm gehören schwere Lkws ab 18 Tonnen bis zu 40 Tonnen, Linien- und Reisebusse sowie Bau- und Sonderfahrzeuge beispielsweise für die Feuerwehr. Das Design der Fahrzeuge wechselte in der Firmengeschichte mehrmals. Bis Mitte der 1990er Jahre dominierten Hauben, seit 1995 setzt der Hersteller auf rundliche Formen. Die Kabinen der Lastwagen sind wahlweise hoch für den Fernverkehr (Serie „R“) oder niedrig für den Verteilerverkehr (Serie „P“). Die Motorenpalette reicht von neun bis 16,4 Liter Hubraum, die V8-Motoren leisten dabei 230 bis 730 PS (170 bis 534 kW). In Europa belegt Scania in der produzierten Fahrzeugklasse den fünften, auf dem schwedischen Heimatmarkt den zweiten Rang. In Südamerika ist der Hersteller führend, während er in den USA praktisch gar nicht vertreten ist.

https://www.scania.com/de/de/home.html

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