Es gibt nur wenige spanische Automarken, doch diese sind durchaus interessant. Die Produktion der Autohersteller in Spanien ist umfangreich: Die spanischen Automobilhersteller fertigen viel für das Inland, aber auch für den Export. In Europa liegen sie hinsichtlich ihrer Kapazitäten auf Platz zwei, weltweit auf Platz acht.
Die spanische Autoindustrie trägt zu ~11 % zum spanischen BIP bei und gehört damit zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen des Landes. Zum Automobilbau in Spanien gehört eine bedeutende Produktion von Fahrzeugteilen und Bussen. Die Herstellung von Komponenten wie Motoren, Zubehör, Ausrüstung und Maschinen ist sehr innovativ und wettbewerbsfähig. Diese Teile tragen über 75 % zum Wert eines Fahrzeugs bei.
SEAT

Die Automarke SEAT wurde 1950 mithilfe der spanischen Regierung als Mehrheitseigner ins Leben gerufen. SEAT steht für „Sociedad Española de Automóviles de Turismo“. Bei der Gründung waren weitere Gesellschafter spanische Banken, weshalb es sich um eine urspanische Automarke handelt. Allerdings saß von Anfang an auch schon Fiat mit im Boot. Die damalige Regierung in Spanien wollte den Motorisierungsgrad im Land erhöhen.
Der erste SEAT lief 1953 in Barcelona vom Band. Dort hatte die Regierung die Freihandelszone Zona Franca geschaffen. Anfangs basierten die Modelle auf der technischen Basis des Fiat 600 und 850, das blieb lange so. 1981 stieg Fiat aus und Volkswagen wurde, stück für Stück, Mehrheitseigner. Ein Coup gelang dem Automobilhersteller ab 1984 mit dem charismatischen SEAT Ibiza, der ein Verkaufshit wurde. 1981 stieg Fiat aus und Volkswagen beteiligte sich am Unternehmen, die deutsche Technik kam SEAT zugute. Ab 1986 war VW Mehrheitsaktionär, 1991 entstand aus der fruchtbaren Zusammenarbeit der SEAT Toledo mit einem VW-Chassis. Nach wie vor findet die Entwicklung und Produktion der SEAT-Modelle in Spanien statt, worauf die spanische Automarke stolz ist.
- Gründung: 9. Mai 1950 durch Instituto Nacional de Industria
- Firmensitz: Martorell, Spanien
- Webseite: www.seat.de
Cupra

Diese Automarke gehört zu SEAT, wird aber als eigenständig wahrgenommen und ist sehr jung: Es gibt sie erst seit 2018. SEAT schuf mit dem Cupra eine eigene Automarke für seine leistungsstärkeren Modelle. Erste Überlegungen dazu gab es bei SEAT schon in den 1980er Jahren, weshalb der Konzern 1985 die Tochter Seat Sport S.A. gründete, aus der dann 2018 die neue Tochter Seat Cupra S.A.U. wurde. In den 1990er Jahren hatten sich die Marketingstrategen von SEAT einen unverwechselbaren Namen für die sportlichen Fahrzeuge überlegt und leiteten von Cup Racing den Namen Cupra für Sportversionen von SEAT-Modellen ab. Damit trafen sie einen Nerv bei leistungsorientierten Käufern. Im Motorsport konnten Cupra-Fahrzeuge in der Tat große Erfolge erzielen. Der Cupra Ibiza traten in der 2,0-Liter-Klasse im FIA World Cup und errang dort mehrfach den ersten Platz. Die aktuellsten exklusiven Modelle der Automarke sind der elektrische Cupra Born, der Cupra VZ5 und das SUV Cupra Formentor. VW brachte in den Born die Technik des ID.3 ein. Alle Cupras zeichnen sich durch ihr markantes Außendesign aus. Sie bringen teilweise beträchtlichen Luxus mit, wie am Cupra Formentor zu erkennen ist. Der Cupra VZ5 fährt einem 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylindermotor mit 390 PS. Die Fertigung erfolgt in Spanien, der Tschechischen Republik und Deutschland.
- Gründung: 2018, Unternehmen SEAT
- Firmensitz: Martorell, Spanien
- Webseite: www.cupraofficial.de
Hispano-Suiza

Hispano-Suiza wurde als Automarke 1904 gegründet und brachte bis 1936 anspruchsvolle Luxusautos auf den Markt. Sie zeichneten sich durch dynamische Motoren und raffinierte Karosserien aus. Alsbald baute das Unternehmen ein Werk in Frankreich, da der dortige Markt lukrativer erschien. Die französische Sparte übertrumpfte nach kurzer Zeit den Heimatstandort und galt in den frühen 1920 Jahren schon als selbstständiges Unternehmen, obwohl die Aktienmehrheit nach wie vor die Muttergesellschaft hielt. Nach dem Beginn des Spanische Bürgerkriegs ab 1936 wurde der Automobilhersteller aufgelöst. Das französische Werk spaltete sich ab und baute im Krieg Flugzeugmotoren. Es wurde nach 1945 von der französischen Regierung übernommen. 2019 belebten die Spanier die Automarke erneut und stellten auf dem Genfer Autosalon den spektakulären Hispano-Suiza Carmen vor. Der vollelektrische Supersportwagen entstand in einer Manufaktur, es gibt von ihm nur 19 Exemplare.
- Gründung: 1904, Francisco Seix Zaya und Damián Mateu
- Firmensitz: Peralada (Spanien)
- Webseite: www.hispanosuizacars.com
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