Blow-By beim Verbrennungsmotor

Blow-By Gase sind ein Mix aus Abgasen, Öl, nicht verbrannten Kraftstoffen und Wasser. Sie entstehen bei der Verdichtung im Verbrennungsmotor und werden an den Kolbenringen vorbei ins Kurbelgehäuse gedrückt. Selbst bei guter Abdichtung kann das Volumen dieser Gase 0,5 bis 2 Prozent des Gesamtgasvolumens ausmachen.

Gase die bei Blow-By entstehen sind schädlich für die Umwelt. Ohne passende Filterung würden diese Gase bis zu 50 Prozent der Kohlenwasserstoffemissionen eines Autos ausmachen. Daher werden Blow-By Gase über Schläuche zurück zum Ansaugtakt des Motors gebracht, um sie dort erneut zu verbrennen.
Dieses Prinzip reduziert die schädliche Emission. Die Schäden, die durch Blow-By am Auto selbst entstehen können, werden dadurch jedoch nicht abgefedert.

Ölverbrauch beim Blow-By
Durch Abnutzung des Rings entsteht ein spalt und den Blow-By erzeugt und der Ölverbrauch erhöht sich.

Wie wird Blow-By verhindert?
Um den Effekt zu vermeiden, wird eine Kurbelgehäuselüftung verbaut, die den Druck im Motor regelt. Durch Luftfilterkästen kann das Gas im nächsten Ansaugtakt wieder aufgenommen werden. So entweicht das Gas zum überwiegenden Teil nicht in die Umwelt.
Neben dem reduzierten Emissionsausstoß, wird durch die Entlüftung auch der Ölverbrauch verringert und der Wirkungsgrad erhöht.
Diese Art der Entlüftung ist jedoch nicht unproblematisch, da im Kurbelgehäuse Öltropfen mitgerissen werden können.
Im darauffolgenden Ansaugtakt kann es aus diesem Grund beim Start des Blow-By zu Verschmutzungen kommen.

Welche Schäden können bei Blow-By auftreten?
Die entstehenden Gase sind aggressiv und können bei entsprechender Konzentration korrosive Säuren bilden. Diese Säuren greifen den Motor und vor allem die Dichtungen und Leitungen an, was zu einem erhöhten Verschleiß der Bauteile führt.

Schäden durch Vereisung
Ein weiteres Problem ist die durch Blow-By entstehende Vereisung. Wenn das Wasser, welches im Gas enthalten ist, verdampft, können Übergangsstellen wie Drosselklappen, Ölabschneider oder Gasführende Leitungen vereisen, was wiederum zu Motorschäden führen kann. Um eine Vereisung zu verhindern, können die Entlüftungsleitungen beheizt werden.

Schäden durch Feuchtigkeit
Die Gase können auch beim Kaltstart des Motors Probleme bereiten, da wasserhaltige Treibstoffe kondensieren. Wenn der Motor nicht lange genug läuft, wird er nicht warm genug. Dadurch kann Kondenswasser in das Ölbad fließen. Bei größeren Mengen wirkt sich das negativ auf den Motor aus, da die Kondensatmenge die Schmierfähigkeit reduziert.

Motorschaden
Blow-By Gase enthalten nicht verbrannte Kohlenwasserstoffe. Wenn diese Gase in das Kurbelgehäuse des Autos gelangen, steigt der Druck. Da der Motor ein geschlossenes System ist, würde ohne passende Entlüftung der Druck so weit ansteigen, dass es zu einer Explosion des Motors kommen könnte.


Beitrag zuletzt aktualisiert am 3. Dezember 2016

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